Fürft Salm’fche Mafchinenfabrik in Blansko-20»
druck beträgt hier n Atmofphären und die geringe fpecififche Abnützarbeit
019 Kilogramm-Meter.
Die Steuerung diefer Fördermafchine gefchah für jeden Cylinder durch
ein einziges Excenter, deffen flache Stange ohne jedes Zwifchenglied eine einzige
Schieberftange angriff. Um aber fowohl vor- als rückwärts fahren zu können, wie
es die Förderung verlangt, fand fleh zwifchen Schiebergefleht und Schieber eine
Zwifchenplatte, welche, mittelfl des Reverflrhebels verfchoben, dem Einftröm
dampf entweder einen geraden oder einen gekreuzten Durchgang bot. Zu
diefem Zwecke hatte die Zwifchenplatte jederfeits fünf Spalten, deren erfte
mittelfte und die vierte gerade auf die Gegenfeite durchgingen , während die
zweite Spalte der Aufsen- (Schieber-) in die fünfte Spalte der Innen- (Gefichts-)
Seite durch einen oben an der Zwifchenplatte angegoffenen Längscanal überfetzte.
Gleicherweife ftand die fünfte Aufsen- mit der zweiten Innenfpalte durch einen
unteren Längscanal in Verbindung.
Nun arbeitete der Schieber entweder auf der erften und vierten, den
geraden Spalten, oder nach Verfchiebung der Zwifchenplatte durch den Umfteuerhebel
auf der zweiten und fünften, den gekreuzten Spalten, während die
mittlere Spalte ftets für den Dampfaustritt bereit blieb. Bei der Einflellung der
gekreuzten Spalten unterflützte noch der vierte gerade Durchlafs den Austritt,
während bei der offenen Arbeit die Kreuzfpalten auf den maffiven Theil des
Schiebergefichtes aufliegend gefchloffen find.
Derart wurde die Umfteuerung durch einen höchft einfachen Mechanismus
erreicht, der, wenn auch etwas gröfseren fchädlichen Raum bietend und keine
Expanflon zulaffend (was mit einem Meyer-Schieber noch immer möglich wäre),
aber auch nicht leicht in Unordnung gerathen kann und jedesfalls billig ift und
verläfslich wirkt.
Ob für die Ableitung des Condenfationswaffers aus dem unteren Längscanal
der Zwifchenplatte geforgt ift, habe ich nicht erfahren. Die weiteren Anordnungen
der auch fonft wohl geformten Mafchinen, Bobinen, Bremfen, Leutwerk
etc. gehören nicht in diefen Bericht.
Blansko ftellte ferner noch als Probe ihres Guffes den völlig unbearbeiteten
Doppelcylinder einer Woolffchen Mafchine aus. Jeder Cylinder (39°
und 750 Millimeter rohes Mafs) war mit einem Dampfmantel zufammengegoffen
und die Canäle für die getrennt aufzufchraubenden Schieberkäften, die Dampfrohranfätze,
die Tragpratzen und felbft die Schraubenlöcher für die Deckelfchrauben
etc. waren direeft im Gufs enthalten, was ich aus dem Grunde anführe,
um zu zeigen dafs der Mangel der Dampfmäntel an den öfterreichifchen
Mafchinen ein abflchtlicher und nicht etwa ein durch die Giefsereien erzwungener
Zuftand ift.
Fürft Liechtenftein’fche Mafchinenfabrik in Adamsthal.
Diefe Fabrik ftellte aufser Locomobilen und einer Sammlung von Dampfpumpen
zwei liegende Dampfmafchinen aus, deren eine in gewöhnlicher
Weife am Fundament lag, während die zweite, eine fogenannte iöpferdige
Mafchine. ftatt durch das Mauerwerk durch den zugehörigen Röhrenkeffel
belaftet wurde.
Letztere Mafchine beftand aus zwei Cylindern von je 237 Millimeter
Durchmeffer, deren Kolben mit 0^33 Meter Hub der Welle 90 bis 100 Umdrehungen
geben follen, wonach die Kolbengefchwindigkeit mit 1 bis 11 Meter
per Secunde angenommen erfcheint. Diefe Cylinder lagen nebeneinander auf
einem unten durchgehenden Hauptrahmen, auf welchem vorn drei gewöhnliche
Zapfenlager für die doppelt gekröpfte Kurbelwelle aufgefchraubt waren. Das
Schwungrad befand fleh aufserhalb des einen Lagers fliegend auf der Welle,