Hermann Lachapelle in Paris
213
lag horizontal über dem Cylinder, welche Lage feinen Antrieb durch einen
Riemen von der parallel liegenden Hauptwelle aus ungemein vereinfacht. Seine
mit Spiralfeder belaftete Hülfe griff in eine Droffel.
Rufion Proctor & Comp, in Lincoln geben ihren flehenden
Mafchinen, deren Cylinder oben und Kurbelwelle unten diredt am Keffel fitzen,
jene reichlichen Dimenfionen und fleuern fie mit dem veränderliche Füllungen
lulaffenden Chapmann-Excenter, welcher bei den Locomobilen diefer Firma ange
führt erfcheint. Die Gefammtgewichte der einzelnen Motoren find um circa 5%
höher als jene der gleich flarken Locomobile, was trotz des Mangels der Räder
und Verfchalung und kleinerer Heizfläche hier von dem fchwereren Querröhren
Keffel herrührt.
Hermann Lachapelle in Paris war der Erfle, welcher die
Mafchinen unabhängig vom Keffel Hellte. Die hier verwendeten Querröhren
Dampfkeffel erfchienen fchon im erflen Theile diefes Berichtes (die Dampfkeffel)
ausführlich befchrieben und beurtheilt. Auf die Grundplatte, welche den Keffel
trägt, flützen fich zwei verticale, den Keffel frei umrahmende, halbfäulenförmige
Ständer, mit einem obern zwifchengefchraubten Steg. Zur Verbindung des
Ständers mit der Grundplatte trägt letztere jederfeits einen dicken °ange
goffenen Zapfen, über den der Fufs des Säulenfchildes mit einer entfprechenden
Bohrung pafst, undfo unbedingt richtig und in der Achfe gehalten wird. Aufser-
dem find noch leichte Flanfchen nebengegoffen, deren Verfchraubung die
fcheinbar alleinige, weil Achtbare Verbindung bilden. Oben fchraubt fich noch je
in die Säulenwand eine Stellfchraube, deren Stirnfläche auf den Keffel drückt und
das Vibriren, aber nicht die Ausdehnungen unter der Wärme hindert.
Einer diefer Seitenfchilde trägt nun eine angegoffene Confole, auf
welcher der Cylinder mit der ganzen Bodenplatte aufruht. Der obere Deckel
enthält zwei ausgebohrte Führungsfchienen und diefe find oben durch eine ein-
feitige aber verfchnittene Stütze nochmals mit dem Schilde verbunden. Der
Kreuzkopf enthält die Schalen feines Zapfens in fich, deren obere mit einer
Stellfchraube nachzudrücken ift, während die lang gegabelte Schubftange mit ein
fachen Augen endet. Der Schubflangenkopf beim Kurbelzapfen ift mit einem
Bügel feftgefchloffen und die Hinterfchale mit Keil und eingezogener Schraube
Heilbar, wie diefs fchon bei der liegenden Stabilmafchine diefer Firma erwähnt
wurde. Oben über den Keffel wölbt fich der Verbindungsfteg beider Säulenfchilde
und zwar von Lagern getragen, welche an die Schilde gegoffen find. An der
Kurbelnabe befindet fich noch das Excenter angedreht, deffen Stange mit einem
Kugelgelenk an der Verbindungsftelle verfehen in den feitlich fchief an den
Cylinder gegoffenen Schieberkaften führt.
Jenfeits des Keffels fitzt das Riemen-Schwungrad mit vollgegoffenem Kranz
aber getheilter Nabe auf der Welle. In der Theilfuge ruht der Keil, welchen die
Nabe mit Schrauben klemmt.
Der Regulator befindet fich in einem gufseifernen Kreisrahmen, welcher
auf der Vorderfeite des Steges angefchraubt ift, und der Antrieb feiner Spindel
gefchieht durch ein Schraubenradpaar direA von der Welle aus. Er ift einfach
Watt’fcher ConftruAion und wirkt auf eine Droffel im Dampfrohr. Letzteres
beginnt mit einem Drehhahn am Keffel und mündet am Schieberkaftendeckel der
Maf chine.
Aehnlich wie das Excenter für die Steuerung zwifchen Kurbelarm und
Lager ift auch ein zweites innerhalb der Schwungradnabe für den Antrieb der
Speifepumpe untergebracht, welche das Waller einem kleinen Blechrefervoir au!
der Hinterfeite des Keffels entnimmt, durch welches das Rohr der Auspuffune
geht und vorgewärmtes Waffer liefert.
Eine dieier Mafchinen war mit Farcot-Steuerung ausgeftattet, in welche
der Regulator griff; eine hatte eine Couliffe für die Umfteuerung.
12*