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J. F. Radinger.
z. B. ftädtifchen Wafferleitungen fo fehr erfchweren, und welche im Vereine mit
dem Umftande, dafs man den Effect der Mafchine verniinftigerweife nicht
anders als nur durch die Umdrehungszahl verändern kann, wohl die Haupthin-
derniffe für eine rafche Verbreitung diefes Motors find. Er pafst eigentlich nur
für den Betrieb einzelner, conftant kleine Arbeit verzehrende Mafchinen, ift aber
dafür bereits erprobt. Nebenher fei erwähnt, dafs in Zürich ein folcher Motor, auf
einem kleinen ambulanten Wagen flehend, das Rad einer Bandfäge treibt und
Brennholz verkleinert. Der nächfte Wafferwechfel liefert die Kraft, das ausge
nützte Waffer läuft der Goffe entlang, und deffen Bezahlung gefchieht dem Hub
zähler nach.
Solch ein y g pferdiger Motor nimmt nach jede'r Seite ungefähr s / 4 Meter
Raum ein, ift 150 Kilogramm fchwer und koftet 224 fl. fammt Schwungrad und
kupfernem Windkeffel. Diefe Mafchinen werden aber kleiner bis */ s Pferd (40
Millimeter Durchmeffer, 60 Hub, 300 Umdrehungen per Minute, 28 Kilogramm
fchwer fl. 132) und gröfser bis zu 7 2 Pferde (300 Millimeter Durchmeffer,
37° Hub, 48 Umdrehungen per Minute, 1300 Kilogramm fchwer fl. 1120) gebaut,
wobei der Effektsbeftimmung ftets 20 Meter Druckhöhe zu Grunde liegen. Für
höhere Gefälle fteigt der Effekt in proportionalem Mafse.
V ill man ein Sauggefälle zur Benützung ziehen, fo ift ein zweiter Wind
keffel unmittelbar beim Austritt aus der Pumpe anzuwenden, während dort ein
Luftventil hinkommt, um durch den ungehinderten Zutritt von Luft in das
Abflufsrohr den gleichförmigen Abflufs des Waffers zu erleichtern und Stöfse zu
vermeiden.
Philipp Mayer i n Wi e n.
Der Waffermotor von Philipp Mayer gleicht völlig einer gewöhnlichen
Dampfmafchine mit erweiterten Canälen, nur erfcheint nicht der Druck des
Dampfes, fondern jener des Waffers als betreibende Kraft. ,
Von anderen ähnlichen Waffermotoren unterfcheidet fleh diefer durch
den vorzeitigen Abfchiufs des zuftrömenden Waffers (bei circa 85 Percent
des Kolbenweges) und Benützung der Expanfionswirlcung eines Luftvolumens,
welches von je einem gefonderten kleinen Windkeffel an jedem Cylinderende
geliefert wird. Die Gröfse diefes Windkeffels ändert fleh mit der Spannung des
Nutzwaffers und der Zweck desfelben befteht in dem langfameren Niederbringen
des Druckes auf den Kolben, wodurch der Hubwechfel fünfter erfolgt. Sonftigen
effektiven Nutzen gewährt aber derfelbe nicht, indem er felbft früher durch
Nutzwaffer gefpannt werden mufs.
Um diefen Windkeffel ftets voll Luft zu erhalten, fteht feitlich an jedem
Cylinderende je ein kleines, fleh nach einwärts öffnendes Luftventil, welches
in der Ausftrömperiode faugt, und nach Bedarf feinen Windkeffel fpeift, der
fleh am höchften Punkte des Cylinders befindet.
Die Mafchine felbft befteht aus einem Cylinder mit angegoffenem Schieber-
kaften und hohlem Tragfufse, in welchen die Ausftrömung ftattfindet. Der
Cylinder enthält ferner den Vorderdeckel angegoffen und an diefen fchliefst
lieh der im Kreife verfchraubte, hohlliegende Grundbalken mit angegoffener
unterer Führung und den angegoffenen fchiefgefchnittenen Lagern der gekröpften
Kurbelwelle, welche aufsen das gedrehte Schwungrad trägt. Die bronzene Innen-
fchale des Schubftangenkopfes ift direkt auf das runde Ende der Stange gekeilt
und hält andererfeits die Aufsenfchale mit Durchfteckfchrauben fett.
Die Waffervertheilung findet auf einem normalen Schiebergeflehte mit einem
entlafteten Schieber ftatt, welcher ganz dem Schieber der Allen-Mafchine gleicht.
Der Normalfchieber ift nämlich feiner ganzen Länge nach von einer feftftehen-
den Platte überdeckt, deren über den Lauffchieber niedergebogenen Seiten
wände auf genau gleiche Höhe mit diefen gefchiiffen find und auf dem feilen