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Full text : Die Motoren (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

Otto  Langen’fche  Mafchine.

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drehungen  90  per  Minute)  entnahm.  Befchrieben  findet  fich  diefe  Mafchine
nebft  den  Ergebniffen  einer  Reihe  officieller  Bremsproben  bereits  im  öfterreichifchen
  Berichte  über  die  Parifer  Ausflellung,  wobei  fich  der  auch  von  mir
zu  beflätigende  Gasverbrauch  von  nahe  I  Cubikmeter  per  Stunde  und  Pferd
(Köllen  loco  Wien  fl.  OT2)  vorfindet.
Eine  Mafchine  von  I  oder  von  2  Pferdeftärken  koftet  loco  Wien
1200  „  1650  fl.
und  wiegt  1200  „  1700  Kilogramm.
In  Oefterreich  flehen  ungefähr  200  folcher  Motoren,  wovon  150—160  in
Wien.  In  Berlin  follen  300  im  Gange  fein.
W.  Lehmann’s  H  e  i  f  s  1  u  f  t  -  M  o  t  o  r.
Von  der  Berlin-Anhaltifchen  Mafchinenbau  -  Adtiengefellfchaft  gebaut,
erfreut  fich  L  e  hm  an  n’s  Heifsluft-Mafchine  einer  ziemlichen  Verbreitung.  Das
Princip  derfelben  darf  als  wohl  bekannt  vorausgefetzt  werden,  nachdem  ihr  die
technifche  Literatur  der  letzteren  Jahre  volle  Aufmerkfamkeit  fchenkte  und  unter
Anderen  Profeffor  G  Schmid  in  Prag  die  Theorie  diefer  Mafchine  fammt  den
Ergebniffen  einer  Reihe  von  Brems-  und  Heizproben  veröffentlichte.  Letzteres
gefchah  auch  vom  Ingenieur  W.  Eckerth  und  hier  mag  nur  Folgendes  angeführt
werden:
Die  Mafchine  befteht  aus  einem  langen  liegenden,  vorne  offenen  und  rückwärts ­
  geheizten  Cylinder,  welcher  innen  einen  fogenannten  Verdränger  und  gegen
die  offene  Aufsenfeite  zu  den  Arbeitskolben  enthält.
Der  Cylinder  befteht  aus  drei  Theilen,  was  zum  Zwecke  der  leichteren
Anfertigung  des  für  das  Kühlwaffer  doppelwandig  gegoltenen  vorderen  Manteltheiles
  und  der  Auswechfelbarkeit  des  dauernd  zur  Rothgluth  geheizten  Bodenflückes
  nothwendig  ift.
Der  Arbeitskolben  ift  mit  einem  nach  innen  gerichteten  Lederflulp
gedichtet,  welcher  das  Entweichen  gefpannter  Luft  nach  aufsen  verhindert,  jedoch
das  Einflrömen  atmofphärifcher  Luft  ermöglicht,  falls  der  innere  Druck  unter
den  äufseren  finkt.
Der  Verdränger  befteht  aus  einem  hohlen  Blechkolben,  deffen  Länge
ungefähr  fünfmal  fo  grofs  als  fein  Durchmeffer  ift.  Letzterer  ift  aber  kleiner  als
die  Bohrung  des  Cylinders  und  der  durch  Blechftreifen  und  eine  Tragrolle
gewahrte  Abftand  von  Verdränger  und  Wand  ift  derart  paffend  gewählt,  dafs  der
ringförmige  Zwifchenraum  grofs  genug  ift,  um  einestheils  die  Luft  von  derHinterzur
  Vorderfeite  des  Verdrängers  ohne  bedeutenden  Widerftand  ftrömen  zu  laffen,
aber  andererfeits  doch  enge  genug  bleibt,  um  dabei  deren  fchnelle  Abkühlung
durch  das  Kühlwaffer  in  der  Doppelwand  des  Aufsencylinders  zuzulaffen.
Der  Arbeitskolben  wirkt  durch  zwei  Kolbenftangen  und  ein  vorgelegtes
Hebelwerk  auf  die  Kurbel  der  quer  über  den  Cylinder  gelagerten  Schwungrad-Welle
  und  von  diefer  geht  eine  Gegenkurbel  aus,  welche  ungefähr  unter  65  Grad
gegen  die  Hauptkurbel  wirkend  den  Verdränger  bewegt.  Die  Stange  für  der.
Antrieb  des  Verdrängers  geht  dabei  durch  eine  Stopfbüchfe  im  Arbeitskolben,
der  aus  diefem  Grunde  zwei  (fymmetrifch  feitliche)  Stangen  erhielt.
Der  Verdränger  dient  nun  einem  doppelten  Zweck.  Erftens  bewahrt  er
den  Kolben  oder  vielmehr  deffen  Dichtungsring  vor  der  Berührung  mit  der
erhitzten  Luft,  und  zweitens  fchafft  er  die  im  Innern  des  Apparates  enthaltene
Luft  abwehfelnd  zum  glühenden  Heizboden  oder  zum  gekühlten  Vordertheil  des
Cylinders,  wodurch  die  Spannung  im  Innern  fteigt  oder  finkt.  An  beiden  Enden
des  Verdrängers  herrfcht  des  ringförmigen  Abftandes  halber,  welcher  zwifchen
feinen  und  den  Cylinderwänden  befteht,  andauernd  der  (nahezu)  gleiche  Druck
Aber  während  die  denfelben  tragende  Luft  auf  der  geheizten  Seite  dünn  und
erhitzt  auftritt,  wirkt  fie  vorne  in  dichter  und  abgekühlter  Form
            
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