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Full text : Die Motoren (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

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J.  F.  Radinger.

Die  Arbeit  der  Mafchine  beruht  nun  mit  auf  der  Wirkung  des  Verdrängers.
Diefer  fchafft  nämlich  abwechfelnd  den  gröfsten  Theil  der  im  Innern  der  Mafchine
enthaltenen  Luft  zu  dem  glühenden  Heizboden  oder  den  kühlenden  Wänden  entlang ­
  in  den  kalten  Vorderraum,  wodurch  die  mittlere  Temperatur  und  hiedurch
die  Spannung  der  eingefchloffenen  Luftmenge  fteigt  und  fmkt.
Dabei  benöthigt  der  Verdränger  felbfl  faft  keine  andere  Arbeit  als  die
geringen  Reibungswiderftände  verzehren,  denn  der  Druck  auf  feiner  Vorderfeite
gleicht  ftets  jenem  auf  der  Hinterfeite.  Aber  der  Treibkolben,  welcher  feinen
Weg  nach  aufsen  mit  dem  Steigen  des  Druckes  im  Innern  beginnt,  und  umgekehrt
leer  nach  einwärts  geht,  wenn  durch  denVerdrängen  die  Luft  in  den  kalten  Raum
gefördert  wird,  erfährt  die  Preffungsdifferenzen  als  treibendes  Princip.
Soviel  über  das  Wefen  der  Mafchine.  Aus  den  Verfuchsergebniffen  mag
angeführt  werden,  dafs  laut  Indicator-Diagrammen  der  Maximaldruck  im  Innern
nie  über  07  Atmofphären  kam,  während  der  mittlere  Druck  ^ochftens  o'4  Atmo
fphären  betrug.  Diefs  erklärt  dann  in  Verbindung  mit  der  nur  einfeitigen  Arbeitsweife ­
  den  geringen  Gefammteffedt  folcher  Motoren;  die  Verfuchsmafchine  gab
bei  349  Millimeter  Cylinderdurchmeffer  und  100  Umdrehungen  per  Minute  (0  8
Meter  Kolbengefchwindigkeit  per  Secunde)  an  der  Bremfe  kaum  l  Pferdekraft,
wozu  fie  4’6  Kilogramm  Steinkohlen  (anfcheinend  minderer  Qualität)  per  Stunde
verbraucht.
Die  früheren  Mafchinen  wurden  dadurch  regulirt,  dafs  die  Regulatormanchette
  ein  Ventil  am  Rücken  des  Arbeitscylinders  hob,  wodurch  ein  Theil
der  gefpannten  Luft  entweichen  konnte.  Bei  den  Mafchinen  der  Ausftellung
jedoch  drückte  der  fteigende  Regulator  einen  Bremsklotz  an  den  Umfang  des
gedrehten  Schwungrades  und  erhielt  dadurch  den  Gleichgang  wohl  auf  die  denkbar ­
  verfchwenderifcheft.e  Art.
Alle  Mafchinen  arbeiteten  aber  ruhig  und  machten  den  Eindruck  einer
foliden  und  in  ihrer  Art  fertigen  Conftrudtion.  Eine  Ipferdige  Mafchine  beanfprucht
(ohne  den  nöthigen  Umgangsraum)  3  25  Meter  Länge,  0  93  Meter  Breite,  wiegt
1650  Kilogramm  und  koftet  720  Thaler  ohne  Mauerung,  aber  inclufive  Regulator,
Kühlwaffer-Pumpe  und  Verpackung  loco  Deffau.
Der  Kohlenfäure-Motor  von  L.  Seyboth  in  Wien.
Die  Mafchine  von  Seyboth  unterfcheidet  fleh  im  Principe  durch  Nichts
von  einer  gewöhnlichen  Dampfmafchine,  als  dafs  ftatt  des  gefpannten  Wafferdampfes
  gefpannte  Kohlenfäure  auf  den  Kolben  drückt.  Seyboth  erzeugt  nämlich
in  gefchloffenen  eifernen  mit  Blei  gefütterten  Keffeln  Kohlenfäure  von  4  Atmofphären ­
  Druck,  indem  er  den  natürlich  vorkommenden  Spath-Eifenftein  mit  verdünnter ­
  Schwefelfäure  mifcht  und  durch  ein  Rührwerk  (in  der  Ausftellung  von
einem  Manne  betrieben)  rührt.  Die  Keifel  müffen  des  Wechfels  und  der  Reinigung ­
  halber  doppelt  vorhanden  fein.
Die  erzeugte  Kohlenfäure  paffirt  dann  ein  Wafchgefäfs,  in  welchem  fie
einfach  durch  Waffer  auffteigend  die  mitgeriffene  Schwefelfäure  verliert  und
kommt  durch  ein  Anlafsventil  in  die  Mafchine,  welche  fie  betreibt.
Anfangs  verwendete  Seyboth  eine  felbftgebaute  Mafchine,  deren  Details
nur  unwefentliche  Abweichungen  von  einer  Normalconftrudtion  zeigten.  (Es
waren  zwei  offene  mit  den  Böden  zufammenftofsende  Cylinder  verwendet,  deren
Kolben  durch  einen  die  Cylinder  umfaffenden  Rahmen  gekuppelt  waren,  was
angeblich  gefchah,  um  die  Stopfbüchfen-Reibungen  zu  umgehen  etc.)  Später
wurde  aber  eine  Dampfmafchine  der  gewöhnlichen  Conftrudtion  der  Simmeringer
Mafchinen-  und  Waggonbau  Fabriks  -  Adfiengefellfchaft  mit  der  Kohlenfäure
betrieben.
Die  von  der  Mafchine  kommende  Kohlenfäure  befitzt  nach  dem  Betrieb
derfelben  noch  den  Werth  von  frifch  erzeugter  Kohlenfäure  und  kann  für
            
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