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MAK

Full text : Die Motoren (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

Der  Kohlenfäure-Motor  von  L.  Seyboth  in  Wien.

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chemifche  Fabriken,  Sodawaffer-Fabriken,  Zuckerfabriken  und  für  Eiserzeugung
verwendet  werden.
Seyboth  nennt  feine  Mafchine  für  Sodawaffer-Fabriken  unerfetzbar.  Nicht
nur  wird  durch  fie  jede  fremde  Kraft  überflüffig,  fondern  fie  gibt  zugleich  das  für
folche  Anlagen  nöthige  Eis.  Sie  fei  als  Feuerlöfch-Mafchine  einzig  vollkommen,
denn  fie  treibt  fich  mit  Kohlenfäure  und  wirft  das  mit  dem  abziehenden  Gas  gefchwängerte
  Waffer  in  die  Flammen.  Als  Grubenmafchine  könne  fie  die  Luftcomprefforen
wegfallen  machen  und  überall  könne  fie  mit  Vortheil  als  Kraftquelle  benützt
werden,  indem  fie  keiner  polizeilichen  Erlaudnifs,  keines  Schornfteines,  keines
Mauerwerkes  etc.  bedarf,  und  die  Betriebskoflen  burch  die  Rückftände  vollkommen ­
  gedeckt  werden.
Was  nämlich  diefe  Koften  betrifft,  rechnet  Seyboth  wie  folgt:
Zum  täglichen  ioftündigen  Betrieb  einer  2pferdigen  Mafchine  benöthigt  man

20  Centner  (1000  Kilo)  Spath-Eifenftein  a  fl.  2.—  ........  fl.  40.—
20  Centner  (1000  Kilo)  Schwefelfäure  ä  fl-  4*4  fl-  9°-—
Betriebskoflen  .  .  fl.  130.—
Dagegen  liefert  die  Mafchine  aufser  dem  Effedt  von  2  Pferdeflärken:
48  Centner  (2400  Kilo)  Eifenvitriol  a  fl.  3.—  fl.  144.—
und  eventuell  noch  aufserdem
50  Centner  (2500  Kilo)  Eis  a  fl.  —.50  ....  .  .  .  .  fl-  25.—
Summe  .  .  fl.  169.—

Die  Differenz  zwilchen  dem  erhaltenen  Eifenvitriol  und  den  aufgewendeten ­
  Rohmaterialien  deckt  allein  die  Koften  der  Anlage  und  der  Wartung.  Allerdings ­
  drängt  fleh  die  Frage  auf,  ob  nicht  bei  gröfserer  Erzeugung  des  Eifenvitriols,
deffen  Werth  finken  müfste,  und  wenn  nicht,  ob  bei  dem  Befland  der  obigen
Preife  die  Erzeugung  des  Eifenvitriols  nicht  allein  und  ohne  Ausnützung  der
entfliehenden  Kohlenfäure  ein  lohnender  und  vielergriffener  Induflriezweig  fein
müfste.

Friedrich  Siemens  in  Dresden.
Friedrich  Siemens  in  Dresden  ftellte  zwei  Modelle  neuer  Motoren  aus,
deren  einer  die  Energie  der  in  fiedendem  Waffer  auffteigenden  Dampfblafen  und
der  andere  die  Ueberwucht  von  Wafferkörpern  als  Triebkraft  hat,  welche  in
einem  Zellenfyftem  durch  die  Wärme  verdrängt  werden  und  wieder  niederfinken.
Den  neuen  Dampfmotor  von  Friedrich  Siemens  befchreibt  er  felbfl,
wie  folgt:
Vorliegende  Zeichnung  flellt  in  zwei  Anflehten  eine  Condenfationsmafchine
für  kleineren  Kraftbedarf  dar.  Diefe  befleht  im  Wefentlichen  in  einem  ingeneigter
Lage  rotirenden,  nach  oben  zu  fich  erweiternden  Blechmantel,  welcher  inwendig
mit  einem  aus  trichterförmig  zugefchnittenem  Blech  hergeflellten  Schraubengang
ausgeflattet  ift.
Am  unteren  Ende  ift  diefer  Blechmantel  mit  einem  doppelten  Boden  verfehlen ­
  und  trägt  am  oberen  Ende  ein  dem  Blechfchraubengang  entgegengefetzt
gewundenes,  den  durch  die  Aufsenluft  gekühlten  Oberflächen-Condenfator  vor
ftellen  des  Spiralrohr.
Der  unten  durch  den  doppelten  Boden  gebildete  Raum  bildet  den  Keffel
und  communicirt  durch  in  den  Blechmantel  kreisförmig  angebrachte  Löcher  mit
dem  inneren  Raum  defselben.
Das  ganze  in  fich  gefchloffene  Syflem  ift  auf  einer  fchrägftehenden  Welle
montirt,  welche  unten  auf  ihrer  Spitze  und  oben  in  einem  auf  einem  Bock  ruhenden ­
  Lager  läuft.
            
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