MAK

Full text: Die Motoren (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

272 
J. F. Radinger. 
Um die Triebkraft zu verftärken, will Siemens fpecififch fchwerere Flüffig- 
keiten, etwa Queckfilber verwenden, und um diefs zuzulaffen, find fammtliche 
Theile der Mafchine aus Eifen. Will man den Dampf des Queckfilbers hintanhalten, 
fo bedeckt man dasfelbe mit einer Wafferfchichte. 
Das von einer Gasflamme geheizte und im Gange befindliche eine der 
beiden ausgeftellten Modelle konnte mit einem Finger der Hand aufgehalten 
werden. Beim gröfseren der beiden Modelle war die äufserfte Schalenfläche nach 
einer Halbkugel von 700 Millimeter Radius gekrümmt, auf welche fleh noch eine 
125 Millimeter hohe Cylinderfläche anfetzte. Der Halbmeffer der innerften Wand 
mafs 390 Millimeter. Der Gefammtrauminhalt der heifsen Schale betrug 330, der 
der kalten Schale 140 und der mittlere Inhalt der Verdrängflüffigkeit 240 Liter. 
Magneto-elektrifche Mafchine, Syftem Gramme. 
Diefe Mafchine gehört nicht in den Rahmen diefes Berichtes und fle wurde 
von ihrem Erfinder nur als zur Erzeugung continuirlicher Ströme für die Galva- 
noplaftik, des elektrifchen Lichtes, zur Entzündung von Minen und für medicinifche 
und chemifche Zwecke geeignet erklärt. 
Da fle jedoch die elektrifchen Ströme durch äufsere Arbeit erzeugt, und 
umgekehrt durch elektrifche Ströme Arbeit zurückzugeben im Stande ift, fo 
fcheint fle vielleicht mehr als eine andere Mafchine zur Ferntransmiffion von 
Arbeit geeignet, und da ich nicht nur mit der kleinen in der Ausftellung gewefenen. 
fondern auch fpäter mit einer bedeutend gröfseren folchen Mafchine Verfuche 
vornahm, fo mag Folgendes darüber bemerkt werden: 
Die Gramme’fche Mafchine befteht im Wefentlichen aus einem Magnet, 
zwifchen deflen beiden Polen ein Elektromagnet von einer neuen Form durch 
eine Riemenfeheibe betrieben rotirt. 
Diefer Elektromagnet befleht nun aus einem ringförmigen Kern von weichem 
Eifen, um den herum ein ifolirter endlofer Kupferdraht gewunden ift. Man kann 
diefenTheil alfo auch aus einem gewöhnlichen geraden Elektromagnete entftanden 
denken, den man kreisförmig zufammengebogen und dann nicht nur an beiden 
Enden des Eifenkernes, fondern auch an beiden Drahtenden verlöthet hat. 
Man erhält fo einen Elektromagnet ohne Ende, da fowohl der Eifenkern 
als auch der ihn umhüllende Draht keine Unterbrechung erleiden. 
Diefer Draht ift wohl ohne Ende, indeffen in z. B. 40 Setflionen oder Ele 
mente eingetheilt, von denen jedes 100 Windungen haben mag, fo zwar, dafs das 
Ende des einen der betrachteten Elemente zugleich der Anfang der Windungen 
des folgenden ift. 
Denkt man fleh nun ein einzelnes Element (ideell) aus der Verbindung mit 
den anderen durch einen Schnitt getrennt und dreht man die Scheibe zwifchen 
den Polen des natürlichen Magnetes, zwifchen welchen diefer Elementenring 
gelagert ift, fo wird der Eifenkern bei der Annäherung an einen der Pole magne- 
tifch und folglich entlieht (wie fchon Faraday 1831 entdeckte) in dem ihn umwin 
denden Drahte ein inducirter elektrifcher Strom. 
Diefer Strom wird feine Richtung ändern, wenn fleh der Eifenkern von 
dem betrachteten Pole entfernt und fleh dem entgegengefetzten nähert. 
Denkt man fleh nun wieder das Element, wie es wirklich befteht, mit all 
feinen Nachbarn verbunden, fo leuchtet es ein, dafs in dem Drahte des rotirenden 
Ringes zwei Ströme von entgegengefetzter Richtung entliehen, indem der Vor 
gang des einen Elementes in allen übrigen wiederkehrt. 
In irgend einem Durchmeffer (es ift jener, welcher fenkrecht auf die Ver 
bindungslinie der beiden Pole lieht) wird die Umkehrung der Ströme erfolgen 
und es ift klar, dafs, wenn auch die Stromftärke in den einzelnen Elementen je 
nach ihrer augenblicklichen Entfernung vom Pole des Magnetes verfchieden ift, 
doch ihre Summe ftets diefelbe bleibt, denn in dem Mafse, als ein Element unter
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.