Petroleum-Motor von E. Hock in Wien.
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Sie befteht aus einem liegenden, vorne offenen Cylinder mit einem Taucher
kolben, von deffen Boden die Schubftange zur gekröpften Kurbel reicht.
Der Cylinder ifl doppelwandig gegoffen und mit Waffer gekühlt. Das
Petroleum befindet fich rückwärts der Mafchine in einem gehinderten Gefäfse, in
welchem ein Schwimmer mit einer Schraubenfpindel niedergedrückt und dadurch
die Höhe des Petroleumsniveaus geregelt und in Stand gehalten werden kann.
Von diefem Petroleumgefäfs führt ein Rohr mit eingefchaltetem Rückfchlag-
ventil durch den Boden des Mafchinencylinders, wo es an feiner freien Mündung
rechtwinklich vor ein gleichfalls mit einem Rückfchlagventil verfehenes Luft
rohr trifft.
Bildet nun der Kolben, zu Beginn feines Hubes durch das Schwungrad
gezogen, hinter fich einen luftverdünnten Raum, fo treten Petroleum und atmo-
fphärifche Luft durch die beiden Rohre ein nnd vermifchen fich, indem die
Mundflücke derart gebogen find, dafs fich beide Ströme kreuzen. Diefes Mifchen
ift ein mechanifches, das heifst, das Petroleum zerftäubt, wie man fich überzeugen
kann, wenn man das herausgefchraubte Mundftück durch natürlichen P'lüffigkeits-
druck und einen Blasbalg betreibt.
Das zerftäubte Petroleum füllt nun den Raum hinter den Kolben, mifcht
fich noch weiters mit Luft, welche durch eine andere Klappe zuflrömt, und wird
nach ungefähr V 3 bis 1 / 2 des Plubes durch eine Petroleum-Gasflamme entzündet,
welche rechtzeitig entfacht und in den Cylinder geblafen wird. Das Entfachen
gefchieht einfach durch einen Puffer, den ein Daumen auf der Schwungrad-Welle
gegen einen luftgefüllten Kautfchukballen flöfst. Der dadurch gebildete Luftflrom
paffirt eine Schichte (fpecififchen leichten) Petroleums in einem eigenen kleineren
Gefäfse, fchwängert fich mit deffen Dampf und gelangt felber brennbar über eine
kleine fortwährend brennende Flamme vor den Cylinder. In der Cylinderwand
öffnet fich mittlerweile eine Klappe und die einfchlagende Flamme entzündet
das bereits angefaugte Gemifch von zerftäubtem Petroleum und atmofphärifcher
Luft. Die auftretende Spannung wirft die Rückfchlagventile zu und treibt nun den
Kolben nach vorwärts.
Einige Percente vor Ende des Hubes überftreift der Kolben eine Auslafs-
öffnung, wodurch ein Theil des expandirten Gafes entweicht und den Gegendruck
zu Beginn des Rücklaufes losbringen hilft, was durch eine möglicherweife ver-
fpätet auftretende Explofion erfchwert wäre.
Während des Anfaugens fowohl, als während des ganzen Rücklaufes, hat
das Schwungrad allein die der Mafchine aufgebürdete Arbeit abzugeben, während
es folche nur während der Explofions- und Expanfionsperiode empfängt. Cylinder-
und Rad müffen daher grofs und das Ganze trotzdem fchwer werden, dafs der
Cylinder des Vorderdeckels und der Kolbenftange entbehrt und eine weitere
Führung als blos am Umfange des Taucherkolbens entfällt.
Der Cylinder der von mir unter-
fuchten Mafchine mafs 220 Millimeter
Durchmeffer und der Kolben machte
0-380 Meter Hub. Bei 70 Umdrehungen
des Schwungrades zeigte fich bei einem
unter Druck durchlaufenen Arbeitsweg
von 0-215 Meter der mittlere Druck von
105 Atmofphären, was einer indicirten
Arbeit von 1-33 Pferden entfpricht.
Diefer Effekt, von welchem 40 Percent auf die Bremfe kamen, wurde mit
einer Menge von 11 Kilogramm Petroleum per Stunde erhalten, wobei der Auf
wand für- die Entzündungsflamme (damals fpeciell Leuchtgas) nicht inbegriffen
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