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Full text: Die Motoren (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

Petroleum-Motor von E. Hock in Wien. 
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Sie befteht aus einem liegenden, vorne offenen Cylinder mit einem Taucher 
kolben, von deffen Boden die Schubftange zur gekröpften Kurbel reicht. 
Der Cylinder ifl doppelwandig gegoffen und mit Waffer gekühlt. Das 
Petroleum befindet fich rückwärts der Mafchine in einem gehinderten Gefäfse, in 
welchem ein Schwimmer mit einer Schraubenfpindel niedergedrückt und dadurch 
die Höhe des Petroleumsniveaus geregelt und in Stand gehalten werden kann. 
Von diefem Petroleumgefäfs führt ein Rohr mit eingefchaltetem Rückfchlag- 
ventil durch den Boden des Mafchinencylinders, wo es an feiner freien Mündung 
rechtwinklich vor ein gleichfalls mit einem Rückfchlagventil verfehenes Luft 
rohr trifft. 
Bildet nun der Kolben, zu Beginn feines Hubes durch das Schwungrad 
gezogen, hinter fich einen luftverdünnten Raum, fo treten Petroleum und atmo- 
fphärifche Luft durch die beiden Rohre ein nnd vermifchen fich, indem die 
Mundflücke derart gebogen find, dafs fich beide Ströme kreuzen. Diefes Mifchen 
ift ein mechanifches, das heifst, das Petroleum zerftäubt, wie man fich überzeugen 
kann, wenn man das herausgefchraubte Mundftück durch natürlichen P'lüffigkeits- 
druck und einen Blasbalg betreibt. 
Das zerftäubte Petroleum füllt nun den Raum hinter den Kolben, mifcht 
fich noch weiters mit Luft, welche durch eine andere Klappe zuflrömt, und wird 
nach ungefähr V 3 bis 1 / 2 des Plubes durch eine Petroleum-Gasflamme entzündet, 
welche rechtzeitig entfacht und in den Cylinder geblafen wird. Das Entfachen 
gefchieht einfach durch einen Puffer, den ein Daumen auf der Schwungrad-Welle 
gegen einen luftgefüllten Kautfchukballen flöfst. Der dadurch gebildete Luftflrom 
paffirt eine Schichte (fpecififchen leichten) Petroleums in einem eigenen kleineren 
Gefäfse, fchwängert fich mit deffen Dampf und gelangt felber brennbar über eine 
kleine fortwährend brennende Flamme vor den Cylinder. In der Cylinderwand 
öffnet fich mittlerweile eine Klappe und die einfchlagende Flamme entzündet 
das bereits angefaugte Gemifch von zerftäubtem Petroleum und atmofphärifcher 
Luft. Die auftretende Spannung wirft die Rückfchlagventile zu und treibt nun den 
Kolben nach vorwärts. 
Einige Percente vor Ende des Hubes überftreift der Kolben eine Auslafs- 
öffnung, wodurch ein Theil des expandirten Gafes entweicht und den Gegendruck 
zu Beginn des Rücklaufes losbringen hilft, was durch eine möglicherweife ver- 
fpätet auftretende Explofion erfchwert wäre. 
Während des Anfaugens fowohl, als während des ganzen Rücklaufes, hat 
das Schwungrad allein die der Mafchine aufgebürdete Arbeit abzugeben, während 
es folche nur während der Explofions- und Expanfionsperiode empfängt. Cylinder- 
und Rad müffen daher grofs und das Ganze trotzdem fchwer werden, dafs der 
Cylinder des Vorderdeckels und der Kolbenftange entbehrt und eine weitere 
Führung als blos am Umfange des Taucherkolbens entfällt. 
Der Cylinder der von mir unter- 
fuchten Mafchine mafs 220 Millimeter 
Durchmeffer und der Kolben machte 
0-380 Meter Hub. Bei 70 Umdrehungen 
des Schwungrades zeigte fich bei einem 
unter Druck durchlaufenen Arbeitsweg 
von 0-215 Meter der mittlere Druck von 
105 Atmofphären, was einer indicirten 
Arbeit von 1-33 Pferden entfpricht. 
Diefer Effekt, von welchem 40 Percent auf die Bremfe kamen, wurde mit 
einer Menge von 11 Kilogramm Petroleum per Stunde erhalten, wobei der Auf 
wand für- die Entzündungsflamme (damals fpeciell Leuchtgas) nicht inbegriffen 
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