Der Ofcillationsregulator.
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Bekanntlich hat folch ein Regulator nur die halbe Energie eines gleich
fchweren Pendels, aber die Einfachheit des Einbaues und der Wegfall jedes
Geftänges fprechen für ihn. In geöltem Dampf, welcher auch keine von andern
Urfachen herrührende Niederfchläge befürchten läfst, mag er anwendbar fein.
Solche Regulatoren werden von 20 bis 150 Millimeter Dampfrohrweite
vorräthig gehalten und koften 7 bis 44 Pfund Sterling.
Der Ofcillationsregulator, Patent L. A. Groth & Comp, in
Stockholm.
Diefer Regulator befteht aus einem fchweren Ring, welcher, ohne fich zu
drehen, um feine feile Achfe fchwankt.
Diefes Schwanken, welches man fich in einem im Kreife weiterrückenden
Vor und Rückwärtspendeln jedes einzelnen Durchmeffers denken kann, wird
durch die zwei aufeinand fenkrecht flehenden Zapfenpaare eines zwifchen Ring
und Stütze eingebauten Univerfalgelenkes ermöglicht, und das Schwanken
(Ofcilliren) wird im Princip durch drei aufser dem Ring liegende Punkte an
geregt, welche in einer zur Ebene des Ringes geneigten Ebene kreisen. Werden
diefe drei Punkte an den Ring gedrückt, fo ilellen fie denfelben fchief, und
rotiren fie um eine Achfe, welche mit der Achfe des Ringes zufammenfällt, fo
bewirken fie die im Kreife fortfehreitende Schiefilellung des Ofcillationsringes.
Für kleine Ausführung werden thatfächlich drei folcher Punkte in Gellalt
von halbkugelförmigen Schraubenköpfen an den Enden eines Dreiarnis gebildet,
deffen Welle gegenüber der Ringachfe liegt und durch eine Schraube angenähert
werden kann.
Für gröfsere Ausführung aber tritt diefe geneigte Ebene diredl und zwar
in Geilalt einer dünnen Ringplatte (Fridlionsplatte) auf, welche vor dem eigent
liehen Ofcillationsring lieht; fie wird von zwei Armen am Ende einer Welle
getragen, welche durch die hohle Stütze (Achfe) des Ofcillationsringes hinaustritt
und rückwärts der Stütze von einer Riemenfeheibe eine dauernde Drehung
empfängt.
Wenn nun die Ringplatte in Drehung kommt und fie drückt gleichzeitig
auf den der Drehung nicht folgenden Ofcillationsring, fo bewirkt doch jener
Druck, welcher zum Schiefitellen des letzteren nöthig iil, eine Reibung. Und weil
diefer Druck (Ofcillationsdruck) dauernd auftreten mufs, indem das Zurückdrücken
der einzelnen Durchmeffer des Ofcillationsringes dauernd weiterfchreitet, fo
wirken fortwährend zwei Kräfte, nämlich der Ofcillationsdruck und die dadurch
geweckte Reibung zwifchen der rotirenden Druckplatte und dem ofcillirenden
Ring. Es läfst fich nun leicht einfehen, dafs bei iteigender Gefchwindigkeit des
rotirenden Ringes der Ausfchlagwinkel des Ofcillationsringes ileigen will, und
in Folge deffen der Ofcillationsdruck und mit ihm die Reibung wächft.
Wird nun der Ofcillationsdruck der normalen Gefchwingkeit durch eine
Feder aufgehoben, welche z. B. die Normalneigung der Fridlionsfcheibe beflimmt,
fo mufs der fteigende Druck jene Federfpannung überwinden, und wenn diefe
I ederfpannung die Lage eines Stellzeuges beftimmte, fo wird diefes verfchoben,
wodurch der Eingriff in die Arbeitsweife der Mafchine erfolgt.
Ebenfo läfst fich auch die Reibung zwifchen Fridlionsfcheibe und
Ofcillationsring benützen, indem diefe die Drehwelle zurückzuhalten fucht.
Steigt diefe Reibung, fo erfolgt durch die kurze Verzögerung eine Aenderung
der relativen Stellungen, welche zum Einrücken einer Räderkuppelung benützt
werden kann, wenn die Welle der geneigten Scheibe und ihre Antriebs-Riemenfcheibe
nicht fefl, fondern durch eine F'ridlionskuppelung verbunden find.
Der Erfinder behauptet eine ungemeine Empfindlichkeit mit diefer Anordnung
gewonnen zu haben, was aber in der Ausflellung nicht nachgewiefen
werden konnte, indem diefer Regulator an keiner Mafchine in Gang war.