MAK

Full text: Die Motoren (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

30 
J. F. Radinger. 
Der Kurbeizapfen ftack in einer unbalancirten Kurbelfcheibe. Die runde 
Schubftange hatte vorne beim Kurbelende einen gefchloffenen und im Kreuzkopfe 
einen offenen Kopf. , . , . , 
Das Kurbellager war aufgefchraubt, unter 3° Grad fchtef gefchnitten, und 
mit einem nicht übergreifenden Deckel gefchloffen. 
Deffen zweitheilige Schalen umgaben den Zapfen von 200 Millimeter 
Durchmeffer und 300 Millimeter Länge (Auflagedruck I3'2 Atmofphären, fpeci- 
fifche Abnützarbeit 0 32 Kilogramm Meter) 
und die zwei Fufsfchrauben gingen direkt in 
r8 Meter tiefes Fundament. Oben glänzten 
die eckigen Formen einer meifingenen Schmier- 
fchachtel zwifchen den Muttern und Gegen 
muttern der zwei Deckelfchrauben. 
Hinter dem Lager war ein Excenter 
und ein Kegelrad für die Steuerung • aufge 
keilt, worauf das Schwungrad und das hin 
tere gleichfalls in fchiefe Lage kam. 
Das Rad hatte 4 0 Meter Durchmeffer 
und bei einem Kranzquerfchnitt von 200 bis 
280 Millimeter ein Gewicht von annähernd 
6000 Kilogrammen. Es war zwifchen den Armen zweitheilig gefchnitten, und 
die Nabe mit zwei heifsaufgezogenen Ringen und vier Schrauben verbunden. 
Es fafs frei mit vier Keilen auf der Welle, was das Centriren erleichtert. 
Aufser dem Schwungrad war noch eine 2'3 Meter grofse, 
350 Millimeter breite Riemenfeheibe vorhanden, welche ein 
300 Millimeter breiter Riemen umfchlang, welcher infoferne 
bemerkenswerth war, als er aus einem Doppelriemen mit auf 
genähten Seitenleiften beftand, welche zwifchen fich noch 
fchief aufgenäht und genagelte Leder-Blattflreifen enthielt und 
fo eigentlich ein dreifacher Riemen wurde. Die fchiefen Schnitte 
derdritten Schichte erhöhen aber die Biegfamkeit des Riemens. 
Ein grofser Watt’fcher Regulator ftand auf einer hohen, 
cannelirten dorifchen Säule auf würfelförmigem Sockel, un 
gefähr in der halben Länge der Geradführungen feitlich der 
Mafchine. 
Der Antrieb gefchah durch eine längs des Mafchinen- 
bettes herlaufenden Transmiffionswelle, welche einerfeits ihre Drehung von der 
Schwungradachfe mit einem Kegelräder-Paar empfing und diefelbe anderfeits in 
gleicher Art auf eine im Regulatorfockei liegende Querwelle abgab. 
Diefe Querwelle ragte beiderfeits über den ihre Lager enthaltenden 
Sockel hinaus, und während fie an einem freien Ende das angetriebene Kegelrad 
trug, befand fich am anderen Wellenende ein Stirnrad, mit dem fie unter Ein- 
fchaltung eines verftellbaren Rädergehänges in die Steuerung griff. 
Im Innern des Sockels aber empfing die verticale Regulatorfpindel ihre 
Drehung abermals mit einem Kegelrad-Paar von der Querwelle aus. 
Die Steuerung diefer Mafchine war eine der complicirteften und fchwerfäl- 
ligften Mechanismen diefer Art, welche je von Menfchen zufammengemüht wurden. 
Oben am Rücken des Cylinders lag ein beiderfeits weit über dieCylinder- 
deckel hinausragender Schieberkaiten, deffen getrennter Vertheilfchieber von dem 
bereits erwähnten Excenter feine Bewegung empfing. Da diefs der Lage oben 
halber nicht diredl gefchehen konnte, fo mufste eine Hebelwelle zur Verwen 
dung kommen. Diefe lag in zwei beiderfeits den Geradführungen vom Bette auf- 
flehenden Rippenftändern vor dem Cylinder, und wie ihr aufsen niederhängender 
Arm die Bewegung vom Excenter übernahm, übertrug diefelbe ein in der Wellen 
mitte aufgekeilter Hebel auf den Schieber. Für die Geradführung der Schieber-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.