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J. F. Radinger.
Der Kurbeizapfen ftack in einer unbalancirten Kurbelfcheibe. Die runde
Schubftange hatte vorne beim Kurbelende einen gefchloffenen und im Kreuzkopfe
einen offenen Kopf. , . , . ,
Das Kurbellager war aufgefchraubt, unter 3° Grad fchtef gefchnitten, und
mit einem nicht übergreifenden Deckel gefchloffen.
Deffen zweitheilige Schalen umgaben den Zapfen von 200 Millimeter
Durchmeffer und 300 Millimeter Länge (Auflagedruck I3'2 Atmofphären, fpeci-
fifche Abnützarbeit 0 32 Kilogramm Meter)
und die zwei Fufsfchrauben gingen direkt in
r8 Meter tiefes Fundament. Oben glänzten
die eckigen Formen einer meifingenen Schmier-
fchachtel zwifchen den Muttern und Gegen
muttern der zwei Deckelfchrauben.
Hinter dem Lager war ein Excenter
und ein Kegelrad für die Steuerung • aufge
keilt, worauf das Schwungrad und das hin
tere gleichfalls in fchiefe Lage kam.
Das Rad hatte 4 0 Meter Durchmeffer
und bei einem Kranzquerfchnitt von 200 bis
280 Millimeter ein Gewicht von annähernd
6000 Kilogrammen. Es war zwifchen den Armen zweitheilig gefchnitten, und
die Nabe mit zwei heifsaufgezogenen Ringen und vier Schrauben verbunden.
Es fafs frei mit vier Keilen auf der Welle, was das Centriren erleichtert.
Aufser dem Schwungrad war noch eine 2'3 Meter grofse,
350 Millimeter breite Riemenfeheibe vorhanden, welche ein
300 Millimeter breiter Riemen umfchlang, welcher infoferne
bemerkenswerth war, als er aus einem Doppelriemen mit auf
genähten Seitenleiften beftand, welche zwifchen fich noch
fchief aufgenäht und genagelte Leder-Blattflreifen enthielt und
fo eigentlich ein dreifacher Riemen wurde. Die fchiefen Schnitte
derdritten Schichte erhöhen aber die Biegfamkeit des Riemens.
Ein grofser Watt’fcher Regulator ftand auf einer hohen,
cannelirten dorifchen Säule auf würfelförmigem Sockel, un
gefähr in der halben Länge der Geradführungen feitlich der
Mafchine.
Der Antrieb gefchah durch eine längs des Mafchinen-
bettes herlaufenden Transmiffionswelle, welche einerfeits ihre Drehung von der
Schwungradachfe mit einem Kegelräder-Paar empfing und diefelbe anderfeits in
gleicher Art auf eine im Regulatorfockei liegende Querwelle abgab.
Diefe Querwelle ragte beiderfeits über den ihre Lager enthaltenden
Sockel hinaus, und während fie an einem freien Ende das angetriebene Kegelrad
trug, befand fich am anderen Wellenende ein Stirnrad, mit dem fie unter Ein-
fchaltung eines verftellbaren Rädergehänges in die Steuerung griff.
Im Innern des Sockels aber empfing die verticale Regulatorfpindel ihre
Drehung abermals mit einem Kegelrad-Paar von der Querwelle aus.
Die Steuerung diefer Mafchine war eine der complicirteften und fchwerfäl-
ligften Mechanismen diefer Art, welche je von Menfchen zufammengemüht wurden.
Oben am Rücken des Cylinders lag ein beiderfeits weit über dieCylinder-
deckel hinausragender Schieberkaiten, deffen getrennter Vertheilfchieber von dem
bereits erwähnten Excenter feine Bewegung empfing. Da diefs der Lage oben
halber nicht diredl gefchehen konnte, fo mufste eine Hebelwelle zur Verwen
dung kommen. Diefe lag in zwei beiderfeits den Geradführungen vom Bette auf-
flehenden Rippenftändern vor dem Cylinder, und wie ihr aufsen niederhängender
Arm die Bewegung vom Excenter übernahm, übertrug diefelbe ein in der Wellen
mitte aufgekeilter Hebel auf den Schieber. Für die Geradführung der Schieber-