E. R. & F. Turner in Ipswich.
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man aber bei gelüfteter Stellfchraube die Fiihrungsfchiene um ihren oberen
Endzapfen nach einwärts, fo hebt fich das Steuerexcenter und die Mafchine
läuft links, während beim Auswärtsftellen der Rechtslauf
eintritt.
Beim Auseinandergehen der Gewichte gleitet dann
die Schiene in der Führung des Excenterarmes und da
immer höher gelegene, d. i. Punkte der Schiene zur Füh
rung kommen, welche von ihrem Endzapfen minder weit
abgebracht wurden, fo nähert fich mit dem das Excenter
feiner früheren todten Lage, die Wege werden kleiner und
die geringere Füllung mäfsigt den fonft befchleunigten
Gang.
Die Mafchine war leider nicht in Gang, denn fonft hätte
gerade fie manchen Auffchlufs über den Einflufs der Canal-
Querfchnitte auf das Erhalten des vollen Druckes im Cylinder geben können.
Die mittlere freie Cylinderfläche rechnet fich nämlich nach Abfchlag der
halben Kolbenftangenfläche auf 210 Quadratcentimeter. Das Einftrömrohr hatte
38 und die Ausftrömung 51 Millimeter Durchmeffer oder l/ )9 und i/ 10 . 5 der freien
Kolbenfläche, was für den oben erwähnten fchnellen Gang der Mafchine von 2-3
Meter pr. Secunde bedeutend zu eng erfcheint. Die Einftrömung des Dampfes mufs
dabei nämlich im Mittel mit 44 Meter Gefchwindigkeit pr. Secunde erfolgen
(Einftrömconftante C= i/ 44 ), was in Mitanbetracht deffen, dafs die Vertheilung
durch einen einzigen Schieber und mehrfach abgebogene Canäle erfolgt, nur
ftark gedroffelt ftattfinden dürfte.
Die vom Schieber in den Cylinder führenden Wege waren wohl weiter,
indem fie bei 16 Millimeter Breite 114 Höhe oder i/„., der Kolben als freie
Fläche boten. Diefe kam aber nur der Ausftrömung zu Gute, indem der Schieber
die Einftrömung nicht ganz öffnet.
Trotz diefer kleinft gehaltenen Canäle wird der einfache Schieber grofs,
und um denfelben mindeftens theilweife zu entlaften, ift ein Schieber (Patent
Davis & Holt in Leeds) angewendet.
Davis & Holt in Leeds.
Davis & Holt in Leeds ftellten das Modell eines entlafteten Schiebers
aus, welcher auf feinem Rücken eine düne Stahlblech-Platte aufgefchraubt ent
hält, deren Rand wieder mit einem Gufseifen-Kranz armirt, an der gefchliffenen
Innenfeite des Schieberkaften-Deckels anfangs durch die Federung und dann
durch denDruck angeprefst dichtet. DerFlächenunterfchied zwifchen dem oberen
Dichtungskranz und der Projektion des Schiebers dient dazu, letzteren genügend
auf fein Gefleht zu drücken, während er dennoch von circa den drei Vier
theilen des fonftigen Druckes entlaftet ift.
Ein kleines Modell mit Druckpumpe und Manometer am glasverfehenen
Schieberkaften follte diefe, wie es heifst, oft angewendete Conftruktion demon-
ftriren. Diefelbe wurde, wie erwähnt, bei den Mafchinen von E. R. & F. Turner
(flehe Seite 53) verwendet.
John & Henry Gwinne in London.
Zum Betriebe ihrer Centrifugalpumpen (befonders für die Wafferbefchaf-
fung der Oberflächen-Condenfatoren der Seefchiffe) baut diefe Firma fchon feit
Jahren fchnellgehende Dampfmafchinen, deren Kurbel die Flügelrad-Welle mit
der verlangten Umdrehungszahl direkt antreibt.