MAK

Full text: Die Motoren (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

E. R. & F. Turner in Ipswich. 
55 
man aber bei gelüfteter Stellfchraube die Fiihrungsfchiene um ihren oberen 
Endzapfen nach einwärts, fo hebt fich das Steuerexcenter und die Mafchine 
läuft links, während beim Auswärtsftellen der Rechtslauf 
eintritt. 
Beim Auseinandergehen der Gewichte gleitet dann 
die Schiene in der Führung des Excenterarmes und da 
immer höher gelegene, d. i. Punkte der Schiene zur Füh 
rung kommen, welche von ihrem Endzapfen minder weit 
abgebracht wurden, fo nähert fich mit dem das Excenter 
feiner früheren todten Lage, die Wege werden kleiner und 
die geringere Füllung mäfsigt den fonft befchleunigten 
Gang. 
Die Mafchine war leider nicht in Gang, denn fonft hätte 
gerade fie manchen Auffchlufs über den Einflufs der Canal- 
Querfchnitte auf das Erhalten des vollen Druckes im Cylinder geben können. 
Die mittlere freie Cylinderfläche rechnet fich nämlich nach Abfchlag der 
halben Kolbenftangenfläche auf 210 Quadratcentimeter. Das Einftrömrohr hatte 
38 und die Ausftrömung 51 Millimeter Durchmeffer oder l/ )9 und i/ 10 . 5 der freien 
Kolbenfläche, was für den oben erwähnten fchnellen Gang der Mafchine von 2-3 
Meter pr. Secunde bedeutend zu eng erfcheint. Die Einftrömung des Dampfes mufs 
dabei nämlich im Mittel mit 44 Meter Gefchwindigkeit pr. Secunde erfolgen 
(Einftrömconftante C= i/ 44 ), was in Mitanbetracht deffen, dafs die Vertheilung 
durch einen einzigen Schieber und mehrfach abgebogene Canäle erfolgt, nur 
ftark gedroffelt ftattfinden dürfte. 
Die vom Schieber in den Cylinder führenden Wege waren wohl weiter, 
indem fie bei 16 Millimeter Breite 114 Höhe oder i/„., der Kolben als freie 
Fläche boten. Diefe kam aber nur der Ausftrömung zu Gute, indem der Schieber 
die Einftrömung nicht ganz öffnet. 
Trotz diefer kleinft gehaltenen Canäle wird der einfache Schieber grofs, 
und um denfelben mindeftens theilweife zu entlaften, ift ein Schieber (Patent 
Davis & Holt in Leeds) angewendet. 
Davis & Holt in Leeds. 
Davis & Holt in Leeds ftellten das Modell eines entlafteten Schiebers 
aus, welcher auf feinem Rücken eine düne Stahlblech-Platte aufgefchraubt ent 
hält, deren Rand wieder mit einem Gufseifen-Kranz armirt, an der gefchliffenen 
Innenfeite des Schieberkaften-Deckels anfangs durch die Federung und dann 
durch denDruck angeprefst dichtet. DerFlächenunterfchied zwifchen dem oberen 
Dichtungskranz und der Projektion des Schiebers dient dazu, letzteren genügend 
auf fein Gefleht zu drücken, während er dennoch von circa den drei Vier 
theilen des fonftigen Druckes entlaftet ift. 
Ein kleines Modell mit Druckpumpe und Manometer am glasverfehenen 
Schieberkaften follte diefe, wie es heifst, oft angewendete Conftruktion demon- 
ftriren. Diefelbe wurde, wie erwähnt, bei den Mafchinen von E. R. & F. Turner 
(flehe Seite 53) verwendet. 
John & Henry Gwinne in London. 
Zum Betriebe ihrer Centrifugalpumpen (befonders für die Wafferbefchaf- 
fung der Oberflächen-Condenfatoren der Seefchiffe) baut diefe Firma fchon feit 
Jahren fchnellgehende Dampfmafchinen, deren Kurbel die Flügelrad-Welle mit 
der verlangten Umdrehungszahl direkt antreibt.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.