Compagnie de Fives Lille.
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Die SchubHange umfafste die Lineale mit langer Gabel, welche mit zwei
Bügelköpfen beim Kreuzkopf endeten. Aehnlich waren auch die beiden Excenter-
Hangen gegabelt, um eine vordere Rundführung der Schieberllangen in aus-
gebüchflen Augen zuzulaffen. Um diefe Stangen trotz der Gabeln nahe aneinander
zu haben, Hand eine diefer Führungen weiter vorne und die andere weiter rück
wärts, was weder fchön noch gut zu nennen ifl.
Von der Regulatormanchette reichten zwei Hängltangen nieder, welche
mit einem Zwifchenhebel auf die Droffelltange wirkten. Derfelbe Arm des Zwifchen
hebels aber, welcher mit der Manchette in Verbindung Hand, trug in feiner Ver
längerung ein Gewicht, welches daher ähnlich der Porter’fchen Belaftungsart
wirkt, jedoch verfchiebbar und an und für fich kleiner ifl und weil es nicht
mitrotirt, nicht gedreht und centrirt zu fein braucht. Dafür bedingt es aber eine
dauernde Reibung zwifchen Ring und Manchette, die fonlt entfällt.
Der Preis diefer Mafchine, welche zum Motor in einer Rübenzucker-Fabrik
bellimmt war betrug ii.ooo Francs.
J. Hermann Lach ap eile in Paris.
Aufser einer Reihe von anderen Kleinmotoren Hellte J. Hermann Lachapelle
eine liegende Dampfmafchine aus, welche fich durch ihre einfache und gefchmack-
volle Conflruölion auszeichnete, und durch eine Reihe kleiner Details und die
Ausführung erkennen liefs, dafs die Fabrik viele folche Mafchinen baut.
Es war eine ungefähr 6pferdige Mafchine mit circa 200 Millimeter Cylinder-
bohrung und 0-30 Meter Hub, deren Normalgang bei 105 Touren per Minute
(Kolbengefchwindigkeit 105 Meter per Secunde) eintritt.
Der Cylinder lag zwifchen den Nafen einer oben völlig ebenen Grund
platte, aus deren Langfeiten die fchiefen Lager für die gebogene Kurbel
welle in prächtig weicher Form angegoffen herauswuchfen. Der Cylinder war
doppelwandig und mit Farcot-Steuerung (mit HandeinHellung) im angegoffenen
Schieberkaflen verfehen; vom Vorderdeckel ragten angegoffen eine obere und
eine untere Geradführungsfchiene hinaus, welche vorne von einem kleinen
Ständer geHützt waren. Diefen umfafste eine langgegabelte SchubHange, die
ihren Kreuzkopf-Zapfen in feHen Augen hielt, während die Schwingung in dem
Kreuzkopfe felbH flattfand. Die Vorderfchale desfelben war mit einem Querkeil
nachzuziehen.
Vorne bei der Kurbel trug die SchubHange wohl wiegen des Aufbringens
einen offenen Kopf, deffen Bügel jedoch mit einem runden Schraubenbolzen fefl-
gefchloffen war. Die Schalen waren fchiefgefchnitten und die hintere mit Quer
keil und Zugfehraube zu Hellen.
Das Steuerexcenter war von einem Broncering umfafst, welcher für die
ExcenterHange einen ausgebohrten, aber feitlich derart befchnittenen Angufs trug,
dafs die eingelegte Stange vorne und rückwärts frei blieb. Die Verbindung ge-
fchah durch Stift und Schraube. Statt des einfachen Gelenkes bei der Verbin
dung des Excenters mit der SchieberHange war hier ein Kugelgelenk verwendet ,
deffen Schlufsgewinde ein NachHellen erlaubte.
Der Watt’fche Regulator Hand feitlich der Mafchine in der halben Länge
der Geradführung und war durch das Kegelrad einer Längswelle angetrieben,
welche an der Schwungrad-Welle mit einem Schraubenrade begann.
Das Schwungrad von 1*25 Meter Durchmeffer war in Einem gegoffen, hatte
gekrümmte Arme und einen einfeitigen Schnitt in der Nabe. Unter diefem lag
ein normaler Keil, vorne aber war der Schnitt durch zwei angegoffene Lappen
fortgefetzt, welche mit zwei Harken Durchfleck-Schrauben geklemmt werden
konnten, wodurch Keil und Rad feflgehalten waren.
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