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Full text: Die Motoren (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

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J. F. Radinger 
Dagegen war die zweite Dampfmafchine, welche die Wafferpumpe antrieb, 
ein ganz veraltetes Ding, wie man es kaum mehr in jenen Zuckerfabriken trifft 
welche die vorige Generation erbaute. 
Zwei lange, nur durch zwifchengefchraubte Traverfen verbundene architek 
tonifch geftaltete Bettbalken trugen Dampf- und Pumpencylinder in gleicher 
flucht hintereinander. Erftere hatten einen oben aufgefchraubten Schieberkaften 
deffen Schieber von einem fchweren Excenter mittelft eines verticalen Winkel 
hebels bewegt wurde, welcher am hinteren Cylinderdeckel gelagert war. 
Vorder Pumpe griff die Kolbenftange eine gufseiferne Traverfe an: diefe 
glitt mit nachflellbarem Tragfutter auf der Führung, aufserhalb welcher die riick- 
grelfenden Schubftangen kamen. Der vordere Kopf derfelben verlief fehr lang in 
den runden Schaft, welcher aber rückwärts plötzlich in den quadratförmigen Quer- 
fchnitt des Kurbelendes überfprang. 
Die Kurbelzapfen fleckten diretft in den beiderfeitigen Schwungrädern, 
cleien Umfang und Aufsenwangen gedreht erfchienen. 
Die Kurbellager waren angegoffen und mit feitlichen Stellfchrauben vorne 
und rückwärts und mit überfchnittenen Deckeln verfehen, welche noch hohe 
mannigfaltig verzierte Schmierkäften trugen. 
Man war geneigt, das Ganze für eine Reliquie zu halten, wurde aber der 
iNeu-Anfertigung verfichert. 
Die Winde war wieder nach gutem englifchenMufler gemacht. Zwei fchief- 
mgende Cyhnder trieben die Trommel mit doppeltem Vorgelege. Bemerkens 
werth (obgleich nicht hiehergehörig) fchien die Bremfe, deren Band auf circa V, 
des Umfanges direcl auf den Zähnen des grofsen Zahnrades auflag. 
M. Norbert De Landsheer in Malines. 
Mehrere Pfeiler der Mafchinenhalle trugen die colorirten Zeichnungen 
zweier gekuppelter Woolf-Mafchinen, welche nach ihren ganz verunglückten An 
ordnungen und Details wohl nur Laien- oder Schülerarbeiten im fchlechten Sinne 
des YVortes fein konnten. Natürlich war es eine Mafchine der allergröfsten Art 
aber die Schieber waren untenliegend und ohne das Ganze zu demontiren abfolut 
unzugangig ; die vielen Lager, in welchen die mannigfach gebogene Kurbelwelle 
ag, waren fämmtlich mit dem Gefammtbett gegoifen aber dünn und fchwach 
und ohne Seitenflellung und viele andere Details erfchienen unbehilflich oder 
unmöglich.
	        
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