G. A. Lefsner in St. Petersburg.
76
J. F. Radinger.
( l
werden können, als aus die-
fem nordifchen. der Mafchi-
neninduftrie erfl fo kurz er-
fchloffenen Lande.
x\uf einer unten durch
gehenden mit 14 Fundament
fehrauben gehaltenen Grund
platte, welche fich zum ange-
goffenen Kurbellager hin als
einfeitigerArm erftreckte, lag
der aufgefchraubte' Dampf
cylinder von 458 Millimeter
Bohrung und O QoMeterHub
Nachdem die Mafchine
mit 60 Umdrehungen per
Minute arbeiten foll (r8 Me
ter Kolbenweg per Secun-
de), erfcheinen die Dampf
leitungen für die Zu- und
Abftrömung mit 105 und 120
Millimeter Weite, V 18 und
Vi 4Cy 1 inderquerfchni11, ganz
gut bemeffen, indem die
mittlere Gefchwindigkeit der
Zuleitung 32 Meter per Se-
cunde nicht überfleigt.
Der Cylinder war dop
pelwandig gegoffen und vom
irifchen Dampf umftrömt,
welcher aus dem Mantel
durch ein tiefliegendes An
lafsventil in den aufge-
fchraubten Schieberkaften
der getheilten Schieberfteue-
rung kam. Oben auf dem
Cylinder lag ein Dreiweg-
Ventil, durch welches die
Abftrömung entweder in den
hinten liegenden Conden-
fator oder diredl vertical
nach oben ins Freie flatl-
findet.
Im Innern des Cylinders
ging der hohlgegoffen mit
gewölbten Böden verfehene
Kolben, an deffen Umfang
drei einfache Gufsringe
felbflfpannend dichteten. Ei
ne halbverfenkte Bronce-Hintermutter hielt diefen Kolben auf dem Conus der
70 Millimeter dicken Kolbenftange, und diefe fetzte fich rückwärts durch eine
Stopfbüchfe austretend zur Antriebsftange des Luftpumpen-Kolbens fort.
Aufser dem Cylinder waren auch die Cylinder- und Schieberkaften-Deckel
mit einer Holzverfchalung verfehen, welche theils radial in eine an den Stopf-
büchfen-Angufs gedrehte Schwalbenfchwanz-Nuth eingepafst und überhaupt in
vorbedachte Vertiefungen gelegt beffer ausfahen als irgend anderswo.
Die Stopfbüchfen der
Schieberftangen waren an
den Stirnfeiten des ange-
fchraubten Schieberkaftens
nochmals gefondert aufge-
fchraubt und die Deckel
unmittelbar ober den Schie
bern forgfältig verfchnitten.
was viele Dichtungen bringt
und die llerflellung unnöthig
vertheuert.
Die Einfchub - Theile
fämmtlicherStopfbüchfen wa
ren überdiefs nur kurz aus-
gebüchfl und die metallenen
Oelabflreifer wieder gefon
dert eingefchraubt.
Die Kolbenftange ging
vorne durch den kugelför
migen Milteltheil einer
fchmiedeifernen Traveife,
welche fie mit einer vorderen
Schraubenmutter hielt. Bei-
derfeits des Mitteltheiles
griffen die zwei Innen-Enden
der kurz gegabelten Schub-
flange mit offenen Bügelkö
pfen an, und dicht aufserhalb
derfelben fleckten die Gerad
führungsbacken.
Die Führung fand in
einem eigenen mit acht
Schrauben auf den Grund -
rahmen befefligten Auffatze
llatt, welcher unter der Tra-
verfe mit gefchloffener Platte
hindurchreichte und derart,
wenn auch etwas fchwer, fo
doch die fichere Parallellage
rung der beiden Führungs
feiten gewährte, was bei
einem zweiköpfigen Schub-
ftangen Ende der ungleichen
Drücke halber jedenfalls
wichtiger ift als bei gerader
Conftrudlion. In den oberen
gufseifernen Schienen liefen
die Geradführungsbacken,
ebenfo mit Längsleiften verfchnitten wie in den unteren Flächen.
Die Geradführungen mafsen je 90 Millimeter Breite und 440 Millimeter
Länge. Bei einem Dampfdruck von 4 Atmofphären Ueberdruck und dem Vacuum
flellt fich hiebei der fpecififche Druck auf 2‘i Kilogramm per Quadrat-Centimeter,
deffen Wirkung durch eine mit Schraubenkeilen Heilbare Broncefohle an den
Blöcken vorbedacht erfchien.
Mafsftafler Natur.