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MAK

Full text : Die Motoren (Gruppe XIII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

Die  Dampfmafchinen.

ALLGEMEINES.
Um  dem  gefteigerten  Bedarf  an  Arbeit  mehr  zu  genügen,  greifen  wir
immer  kühneren  Armes  in  die  dunklen  Schachte  der  Erde  und  brechen  die  Minerale ­
  aus  ihrem  Schoofs.  Dann  zwingen  wir  Leben  in  die  Maffe  und  fchaften  und
Völkern  am  Erdrund  das  neue  Gefchlecht  der  warm  durchpulften  kraftbegabten
„Mafchinen“,  der  mächtigen  Wefen  aus  Dampf  und  Eifen,  unferer  neuen  Gehilfen
aus  Gluth  und  Erz.
Diefe  entlaflen  uns  des  roheften  Wirkens  in  williger  Haft.  Kein  Leib  dei
uns  Arbeit  bietet,  ift  fo  genügfam  und  ausdauernd,  keine  Naturkraft,  die  fich  in
unferer  Feffel  flemmt,  fo  gehorfam  und  treu,  und  das  Leben  der  ganzen  Menfchheit
  ward  ein  anderes,  feit  um  ihre  Wohnftätten  des  Dampfes  Säulen  wehen.
Die  Mafchine  zu  verbeffern,  wägen  und  ändern  wir  mit  fteigender  Erkenntnifs
  ihre  Kraft  und  ihren  Bau  und  jeden  Einflufs,  der  diefe  Schöpfung  berühit.
Denn  wie  alles  Lebendige  im  dauernden  Dafein  zu  einer  höheren  Stufe  zweckmäfsiger
  Anordnung  ftrebt,  fo  zeigt  fich  auch  an  ihr  diefer  echte  Keim,  und
während  die  erften  Mafchinen  langfamen  Ganges  ihre  maffigen  Glieder  bewegten,
wirkt  an  den  heutigen  faft  nichts  als  ein  gefchmiedeter  Arm  an  einer  eifernen  Bruft.
Dafür  wächft  aber  ihre  Energie,  indem  der  Druck  des  fie  durchftrömenden
Dampfes  und  die  Gefchwindigkeit  ihrer  eigenen  Bewegung  fteigt.
Das  Gefüge  der  Mafchinen  ward  einfacher  und  ficherer,  der  Bau  ihres
Gerüftes  diretffer,  die  Gefchwindigkeit  höher,  die  Querfchnitte  bemeffener,  die
Steuerung  exadter  und  jedes  Detail  feinem  Zweck  beffer  gerecht.
Die  Anordnungsfyfteme  der  Dampfmafchinen  für  normale  Arbeit  verringern
fich  und  nähern  fich  fichtbar  einer  einzigen  Art.  Während  in  Paris  1867  noch
Balancirmafchinen  mit  den  gegengeleiteten  Kräften  und  den  nutzlofen  Zwifchengliedern
  vorkamen,  vermifste  man  diefes  Syftem  hier  bereits  gänzlich,  und  es  fcheint
dem  Ausfterben  geweiht.  Der  Woolffche  Zweicylinder  kam  verhältnifsmäfsig
wenig  vor,  und  jene  Mafchinen,  welche  den  geringflen  Dampfverbrauch  per
Arbeitseinheit  nachweifen,  benützen  denfelben  nicht.  Das  Woolffche  Princip
war  wohl  in  verfchiedenen  neuen  Formen  gepflegt,  von  denen  die  Mehrzahl  den
Wegfall  des  doppelten  Geftänges  bezwecken.  Wenn  diefs  auf  eine  gute  Weife
gelingt,  fo  dürfte  dasfelbe  für  den  Betrieb  der  diredt  wirkenden  Wafferpumpen
herangezogen  werden,  denn  heute  arbeitet  der  Dampf  in  denfelben  ohne  jede
Expanfion.
Bei  den  gröfseren  Mafchinen  war  ausfchliefslich  die  liegende  Anordnung
zu  treffen,  und  bei  der  Mehrzahl  derfelben  verdrängte  der  bajonettförmige  Seitenbalken
  bereits  die  frühere  Form  der  unten  durchlaufenden  Grundplatte.
Das  Princip  der  kleinften  Zahl  der  Theile  bricht  fich  auch  hier  dauernd
Bahn,  und  der  Zufammengufs  von  Lager  und  Balken,  der  häufig  auch  noch  den
Cylinder  mit  umfafst,  kommt  felbft  fchon  bei  gröfseren  Mafchinen  vor.  Auch  in
            
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