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Full text : Das Heerwesen auf der Weltausstellung 1873 in seinen Beziehungen zu Gewerbe und Industrie (Gruppe I bis XXVI), officieller Ausstellungs-Bericht

Das  Heerwefen.

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Die  Gruppe  XVIII  :

Civil-Ingenieurwefen,
bietet,  wie  fchon  der  Titel  fagt,  nur  wenig  Relationen  der  Induftrie  zum
Heerwefen.
Einzig  die  ausgeftellt  gewefenen  transportablen  Eifenbahnen
deren  Erzeugung  und  Verwendung  können  den  Induftriellen  wie  den  Militär
intereffiren.  Es  waren  davon  nur  Modelle  vorhanden,  und  zwar  in  F  rankreic  h
jenes  einer  fchmalfpurigen  Bahn  nach  dem  Syfteme  Corbin,  welche  bereits  vielfach ­
  auf  gröfseren  Bauplätzen,  Häfen,  in  Forflen  und  Bergwerken  zur  Verwendung
kommt  und  fich  überall  vorzüglich  bewährt  hat.  Sie  befceht  aus  zwei,  mit  Eifen
befchlagenen  und  mit  Querriegel  verbundenen  Längsbalken  von  weichem  Holze.
Die  dadurch  entfliehenden,  von  zwei  Mann  leicht  tragbaren  „Leitern“  werden
an  einander  gefügt,  an  den  Enden  mit  eifernen  Schuhen  verbunden  und  kann  die
Meile  einer  folchen  Bahn,  welche  auch  Steigungen  bis  12  Percent  ziemlich  leicht
überwindet,  binnen  wenig  Stunden  etablirt  oder  abgebrochen  und  transportirt
werden.  Der  Betrieb  gefchieht  meift  mit  Pferden  und  rechnet  man  200  Centner
Lall  auf  jedes  Thier.
In  Oefterreich  war  das  Modell  der  „Glorine“  exponirt,  eine  höchft
wichtige  Erfindung  des  Nordbahnbeamten  Herrn  Poppovic.  Sie  ift  ein  fehr  finnreich
  und  einfach  conftruirtes,  transportables  Geleisfyftem,  welches  fich  in  jede
Räumlichkeit  gleichfam  elaftifch  einfügen  läfst,  in  24  Stunden  an  jedem  beliebigen
Punkte  einer  Bahnlinie  etablirt  werden  kann,  und  mittelft  welcher  es  möglich  ift,
binnen  24  Stunden  72  Züge  oder  72.000  Mann  nach  allen  Richtungen  zu  expediren.
  Durch  Anwendung  der  Glorine  ift  die  Concentrirung  der  Truppen  an  die
gröfseren  Bahnhöfe  nicht  mehr  gebunden,  fondern  es  fteht  nun  dem  Feld
herrn  frei,  die  Concentrirung  an  dem,  den  Kriegszwecken  günftigften  Punkte
anzuordnen,  die  Glorine  anlegen  zu  laffen  und  die  Expedition  der  Züge  fofort
einzuleiten.
Die  Glorine  befteht  im  Wefentlichften  aus  einem  feitwärts  der  Hauptbahn
angebrachten,  mit  derfelben  nach  zwei  Richtungen  verbundenen  Geleiskreife  von
400  Klaftern  Durchmeffer,  welcher  in  zwei  Sturzgeleife  endigt  und  an  6  auch
transportablen  Rampen  die  gleichzeitige  Einparkirung  von  6  Zügen  ermöglicht,
deren  Expedition  den  internen  und  äufsern  Verkehr  ganz  ungeftört  läfst.
Die  Gruppen  XIX  bis  XXIV:
Der  nationalen  Hausinduftrie,  der  Wohnung,  der  kirchlichen  Kunft
und  der  Kunftgefchichte
gewidmet,  find  ohne  jede  direkte  Beziehung  zum  Heerwefen,  deren  weitere
Berührung  fällt  daher  aufserhalb  des  Programmes.

In  welchen  Beziehungen  lieht  denn  nun  aber  die  Gruppe  XXV,  was  hat
wohl  die
Bildende  Kunft
mit  dem  Heerwefen  zu  thun?
Wohl  mehr,  als  es  für  den  erften  Moment  den  Anfchein  hat.  Die  grofsen
welthillorifchen  Umwälzungen  find  flets  das  Refultat  gewaltiger  Kämpfe,  in
welchen  alle  geiftigen,  moralifchen  und  phyfifchen  Kräfte  der  menfchlichen  Natur
in  höchfler  Potenz  zur  Entfaltung  gelangen,  und  zu  Thaten  entflammen,  welche
nach  Jahrtaufenden  bewundert,  ebenfo  fehr  zu  gleichem  Heldenmuthe  begeiltern.
            
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