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Full text : Das Heerwesen auf der Weltausstellung 1873 in seinen Beziehungen zu Gewerbe und Industrie (Gruppe I bis XXVI), officieller Ausstellungs-Bericht

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Rudolf  Baron  Potier  des  Echelles.

Diefe  Ueberzeugung  würde  noch  entfchiedener  zum  Durchbruche  gelangt
fein,  wenn  die  verfchiedenen,  militärifchen  Zwecken  dienenden  Objedte  in  einer
Gruppe  vereint  aufgetreten  wären.  Der  Umftand  jedoch,  dafs  fie  in  verfchiedenen
Induftriegruppen  eingetheilt  waren,  liefs  zwar  ihre  Reichhaltigkeit  erkennen,
erfchwerte  aber  die  Ueberlicht  und  Vergleichung  in  hohem  Grade.
Es  foll  nun  der  Verfuch  gewagt  werden,  die  Beziehungen  desHeerwefens
  zu  Gewerbe  und  Induftrie,  wie  fie  auf  der  Weltausftellu
  ng  zum  Ausdrucke  ge  langten,  überfichtlich  darzuftellen.  Selbftverftändlich
  kann  es  fich  dabei  nicht  um  wiffenfchaftliche  Erörterungen  und
kritifche  Vergleichungen  handeln.  —  Nicht  das  Wie,  fondern  nur  das  Was  foll
berührt  werden.
Einem  Wandelbilde  gleich  foll  die  Weltausftellung  an  dem  geiftigen  Auge
vorüberziehen;  doch  diefsmal  in  ernften  Tableaux  die  Werkzeuge  und  Hilfsmittel
des  Krieges  entrollen,  welche  in  ihrer  Gröfse  und  Mannigfaltigkeit  ein  beredtes,
glänzendes  Zeugnifs  geben  von  der  erhabenen  Schöpfungskraft  des  menfchlichen
Geiftes  und  zugleich  einen  Fortfchritt  im  humanitären  Sinne  markiren,  indem  die
Errungenfchaften  der  Kriegstechnik  auch  dem  friedlichen  Schaffen  zugute
kommen,  und  mit  der  erreichten  Vollkommenheit  der  Kriegsinftrumente  auch
deren  Verwendung  immer  feltener  werden,  und  einft  —  fo  mögen  wir  wenigftens
hoffen  —  ganz  aufhören  wird.
Und  wie  der  Decorationsmaler  nur  in  fcharf  markirten  Zügen  das  Bild
fixirt,  alle  Details  bei  Seite  lallend,  fo  kann  fchon  mit  Rückficht  auf  den  zu  Gebote
ftehenden  Raum  und  die  üb  e  r  g  r  o  f  s  e,  ja  fall  erdrückende  Reichhaltigkeit
des  Materiales  nur  das  I  n  t  e  re  ff  an  t  e  ft  e  und  Wichtigfte,  nach
Gruppen  und  Ländern  geordnet,  hervorgehoben  werden.
In  der  Gruppe  I:
Berg-  und  Hüttenwefen,
ift  es  vorzüglich  die  Sprengtechnik,  welche  fchon  in  den  älteften  Zeiten  als
Hilfsmittel  für  Kriegszwecke  Verwendung  fand  und  einen  eigenen  Zweig  der
Kriegsorganifation  bildete.  Und  dafs  es  in  der  Gegenwart  nicht  anders  geworden
ift,  beweifen  nicht  nur  die  Erfahrungen  der  letzten  Kriege.  Ja,  in  allen  Haushaltungen ­
  Wiens  empfindet  man  —  freilich  etwas  ftark  indiredl  —  den  Werth
militärifcher  Hilfeleiftung  bei  Gefteinsfprengungen,  indem  ohne  diefelbe  die
Refidenz  das  erquickende  Nafs  der  Alpen  noch  lange  entbehren  müfste.
Was  nun  die  Vertretung  der  Sprengtechnik  auf  der  Weltausftellung
betrifft,  fo  konnten  nach  der  Natur  der  Sache  nur  die  Werkzeuge  und  Hilfsmittel, ­
  fowie  die  Refultate  der  Anwendung  der  letztem  zur  Ausftellurfg
gelangen.
Erftere  fallen  vorwiegend  in  Gruppe  III  und  XIII,  während  die  Objecte
felbft  in  Gruppe  IX  rangirt  waren.  Es  dürfte  aber  die  Ueberficht  erleichtern,
wenn  Urfache  und  Wirkung  zufammengeftellt  erfcheint,  foweit  diefs  nämlich
Bohrmafchinen,  Gefteinsproben  und  R  e  11  u  ng  s  a  p  p  ar  a  t  e  für  Minen-Arbeiter
  betrifft,  welch  letztere  in  Deutfchland  und  O  e  ft  e  r  r  e  i  ch  exponirt
waren.
Von  erfteren  haben  fall  alle  Staaten  mehrere  und  verfchiedene  Exemplare
ausgeftellt,  und  feffelte  namentlich  die  im  Pavillon  von  Mahler  und  Efchenbacher
exponirte  reichhaltige  Sammlung  der  beften  und  neueften  Bohrmafchinen  das
Intereffe  fowohl  des  Laien  als  des  Fachmannes.
Nebft  den  einfachen  Minenbohrern,  welche  der  leichten  Transportfähigkeit ­
  und  des  handfamen  Gebrauches  wegen  hauptfächlich  im  Felde  Verwendung ­
  finden,  dann  den  in  Bergwerken  gebräuchlichen  Bohrmafchinen,  war  auch
jenes  complicirte,  einen  hohen  Triumph  menfchlicher  Erfindungsgabe  bildende
Bohrwerk  ausgeftellt,  welches,  die  Gnomen  der  Unterwelt  bezwingend,  dem
            
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