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Ludwig Lott.
da alle franzöfifchen Walzenlager oben die '—-Form haben, auf die man die Walzen
legen kann.
Der Farbetifch, aus einer grofsen Marmorplatte beftehend, ifl ein grofser
Luxus, und wir rathen jedem Buchdrucker, fich diefe Tifche nur aus Linden- oder
Ahornholz anfertigen zu laffen, da Holz als fchlechter Wärmeleiter zur befferen
Verreibung der Farbe viel eher geeignet ift, als Stein oder Eifen.
Alauzet Fils in Paris hat aufser der oben befprochenen vierfachen
Zeitungsdruckmafchine noch eine zweifache Schnellpreffe für Illuftrationsdruck
ausgeftellt. Diefe Mafchine ift hinfichtlich ihrer Druckfläche und des Umfanges
der Cylinder und der Vorrichtung zum jedesmaligen Maculatureinlegen der von
P. Alauzet befprochenen Completmafchine ähnlich.
Sie unterfcheidet fleh nur dadurch, dafs fle durch Verftellung einiger
Beflandtheile in ein paar Minuten aus einer Completmafchine in eine Doppel-Schöndruckmafchine
und umgekehrt verwandelt werden kann.
Alle franzöfifchen Mafchinen find für das Auge hergerichtet, felbfl die
Schwungräder find abgedreht, fo dafs man nach ihnen die Mafchinen von Hummel
und Anger gar nicht mehr anfehen kann.
Dafs aus England fo wenig Buchdruck-Mafchinen ausgeftelit waren, ift
zu bedauern.
Aufser der Firma Hughes & Kimber, die durch ihren Wiener Agenten,
Herrn Julius Schilling, eine „Paragon-“ und eine „Wharfedale“ - Mafchine ausgeftellt
hatte, fehlten alle Firmen, die in der vorjährigen Londoner Ausftellung fo
ieich vertreten waren. Was die Urfache ihres Fernbleibens ift, können wir nicht
errathen, denn ihre Schnellpreffen find von der Art, dafs fle jeden Wettkampf
eingehen können. Die ausgeftellte „Wharfedale“ ift wie die von allen anderen
labriken gebauten gleichen Namens, die „allein echte“. Mit diefen Mafchinen
geht es wie mit dem Köln er waffe r, von welchem jede Fabrik nur das „allein
echte“ erzeugt.
Das Eigenthümliche an diefer Mafchine ift, dafs ihr Cylinder nur vorwärts,
nie rückwärts gehen kann; auch hat diefe Mafchine einen mechanifchen
Ausleger, was bei den englifchen Mafchinen eine Seltenheit ift.
Dafs diefe Mafchine ebenfo fauber und rein gearbeitet ift, wie alle Erzeugniffe
diefer Firma, wollen wir nur nebenher bemerken.
Die letzte der ausgeltellten Schnellpreffen flammt aus der Buchdruck-Mafchinenfabrik
von J. G. Eickhoff in Kopenhagen. Sie ift nach König &
Lauer fchem Syftem gebaut, ohne die Vorzüglichkeit des Originals zu erreichen.
Lefonders fiel der ganz rohe Rechen am Ausleger auf. —
Von den übrigen Hilfsmafchinen und Utenfilien für Buchdruckerei mufste
man das Ausgeftellte in allen Winkeln und Gruppen zufammenfuchen. So z. B.
in Gruppe VII (Metallinduflrie) waren in der öfterreichifchen Abtheilung vertiefen:
Johann Hrufsa in W i e n mit galvanoplaftifchen Arbeiten; Johann
Weifs & Sohn in Wien mit Regalen, Schriftfetzkäflen und anderen Buchdruck-Utenfilien,
die alle grofsen Beifall fanden. Franz Reh in W i e n hatte eine Sammlung
von Kartenfchneidemafchinen aufgeflellt, die fleh durch Plandlichkeit und
faubere Arbeit auszeichneten, wefshalb auch alle angekauft wurden.
In dem Annexe des Deutfchen Reiches waren in Gruppe XII neben einer
grofsen Thurmuhr ein Säulenpantograph, eine Univerfal-Guillochirmafchine, eine
Wellen-und Reliefmafchine und eine Liniirmafchine von S old an & Steyert in
Bornheim bei Frankfurt a. M. untergebracht.
In der Mafchinenhalle fanden wir aufgeftellt: Fritz Jänecke in Berlin
zwei Handpreffen, eine Perforir-, eine Numerirmafchine und ein Giefsinftrument
fiii Papierftereotypie; Handpreffen von D ingier in Zweibrücken; Papierfchneidemafchinen
von Gebrüder Heim in Offenbach, und ein Giefsinftrument
füi 1 apieiftereotypie und eine kleine Handpreffe von Ruft & Comp, in Wien.