Buchdruck.
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kaiferlich ruffifche Expedition zur Anfertigung von Reichs
papieren durch ihre wahrhaft eminenten Leitungen in photographifchen Hoch-
und Tiefdruckplatten, durch.die geiftreiche Combination von Heliographie und
Galvanoplaftik und durch die mannigfachen wichtigen Anwendungen der verfchie-
denen graphifchen Künfte zur Herftellung von Staats- und Werthpapieren fo tief
eingreifende, bahnbrechende Erfolge erzielt habe, dafs fie der höchften Aus
zeichnung, des Ehrendiploms, würdig fei“.
"Wir erinnern, dafs beinahe mit denfelben Worten die k. k. Hof- und Staats-
druckerei in Wien auf der Londoner Weltausftellung im Jahre 1851 als die
unbedingt erfte graphifche Anftalt war erklärt worden. Die Feinde Auer’s und
der k.k.Staatsdruckerei haben fomit nichts Anderes erreicht, als dafs Oeflerreich
eine Niederlage mehr zu verzeichnen hat. Ueber dem Sprüchlein: mit dem
Grofchen zu fparen und die Ehre zu vergeuden, haben fie den Spruch vergeffen,
dafs auch die Wiffenfchaft und die Kunft eine Macht ift. ........
Salomon Lewental in Warfe hau hatte meift gut gedruckte lUuftrirte
Werke ausgeftellt. Auch ein grofser Holzfchnitt, der fowohl im Stock als im
Abzug vorlag, zeugte von der guten Behandlung, die diele Firma dem IUuftrations-
drucke widmet. Nur wäre zu wünfehen, dafs den wirklich gut und rein gedeck
ten Illuftrationen neuere, fchärfere Lettern zugefellt würden.
W. Golowin in St. Petersburg hatte Druckproben von Titeln, ver-
fchiedenen Accidenzen, Illuftrationen , Mufiknoten u. f. w. ausgeftellt, von denen
Vieles fehens- und betrachtenswerth war. Befonders muffen wir den Druck der
Holzfchnitte hervorheben , von denen viele mit Verftändnifs von Licht und Schat
ten zugerichtet waren.
Griechenland. Die Buchdruckerei von Coromela in der Provinz
Attica hatte zwar Vieles, aber nichts befonders Ausftellungswürdiges gefandt.
Alles Uebrige, was wir von griechifchen Drucken fahen, war viel weniger
als gut zu nennen.
Türkei. Die Centraldruckerei in Conftantinopel hatte ver-
fchiedene Erzeugniffe ihrer Buch- und Steindruckerei ausgeftellt. Die Produkte
der Buchdruckerei, gröfstentheils in franzöfifcher Sprache, worunter auch das
Journal „La Turquie“, waren lobenswerth. Die Erzeugniffe der Steindruckerei
beftanden inChroi ^ D; f e(5 b r de r medicinifchen Schule in Conftantinopel, hatte
-t Werke in türkifcher Ueberfetzung ausgeftellt, die auf einem Haufen wie Kraut
und Rüben auf der Erde lagen, und die man fich fürchten mufste in die Hand z
nehmen, weil ihr Aeufseres voller Staub und Schmutz war.
Rumänien. Socecu&Co. (Sotfchek & Comp.) in Bukareft hatten
verfchiedene Bücher ihres Verlages ausgeftellt, deren Ausftattung fowohl wie der
Satz ““^/^fns.Druckerei inBukareft, deren Mitarbeiter
lauter geborene Rumänen find, beftätigte den Ruf, den fie durch ihre guten
Arbeiten und ihre gut geleitete Adminiftration geniefst durch wirklich fchon
gefetzte und fauber gedruckte Erzeugniffe ihrer Buchdruckeipieffen.
Egypten. Die Buchdruckereien von Mouris & Comp, in Alexan-
o J • /-« • 1 Ala T?nr>lnrlriipbprpi in Bulnkbci Cs-iro hätten
ziemlkir viele gut aMgetotete Werke geliefert, an denen fowohl der Satz wie der
DrUCt Auch 3 '« Gmppe XXVI fanden wir unter den Unterrichtsgegenftänden
manchet Prodmft der Buchdruckerpreffe, welches Zeugnifs ablegte von dem legen