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F. W. Haardt.
bewährt, Man fah es diefen Fabrikaten an, dafs Herr Bändel grofse und erfolg-
rejehe Anftrengungen gemacht hatte, in Form, Schliff und Adjuftirung die
oheinelcler und Solinger Erzeugniffe einzuholen.
Heir Ignaz R ö sl e r fen. in Ni x d o rf hatte in Tafchenmeffern und Scheeren
eine lehr beaclitenswerthe Mittelwaare geliefert, welche als folche auf den in-
und ausländifchen Märkten anerkannt und gefucht wird. Herr Rösler ift in
diefem Genre den beften auswärtigen Fabriken vollkommen ebenbürtig, und feine
Ausheilung hefs es deutlich erkennen, dafs er fich in der technifchen Einrichtung
lemer Fabrikation auf der Höhe der Zeit gehalten hat.
Herr Carl P f u r t f c h e 11 e r in Vulpmes war ebenfalls mit einer guten und
preiswurdigen Handelswaare vertreten, und feine ausgeftellten Meffer liefsen auf
eine grofse Sorgfalt fchliefsen, mit der diefe Fabrikation geleitet wird.
Wenn es gelingt, unfere Schieifei ihrer bisherigen Arbeitsmethode zu
entwöhnen und ihnen die rationellere Art der Sheffielder und Solinger Schleifer
beizubringen, wäre eines der wefentlichften Hinderniffe befeitigt, welches den
gröfseren Auffchwung unferer Mefferfabrikation aufhält.
Während unfere Schleifer, auf oder über dem Schleiffteine fitzend, das
Andrucken der Mefferklmge an den Stein mit dem Gewichte ihres Körpers
unterftutzen, fitzen die Schleifer des Auslandes vor dem Steine und vollziehen
und reguhren den Druck der Klinge gegen den Stein mit den Knien, wodurch
iie den zu fchleifenden Gegenftand weit beffer in der Gewalt und im Auge
behalten und die Regelmäfsigkeit des Schliffs zu fichern in der Lage find.
Von Seiten unferer Mefferfabrikanten wird diefer grofse Vortheil nicht
verkannt und auch Herr Bandl foll bereits derartige Verfuche gemacht haben
an dem Widerfpruch der Schleifer aber gefcheitert fein.
Auf der Ausfüllung zeigte es fich recht deutlich, dafs unfere Meffer in den
ferneren Sorten noch hinter den ausländifchen Fabrikaten zurückftehen, weil der
Schliff nicht ebenbürtig ift. Der grofse Abfatz der inländifchen Erzeugniffe
vollzieht fich daher auch nur in den mittleren und geringeren Sorten.
Während dagegen im Auslande die Anwendung von getempertem Gufs
(fonte malleablef zur Herftellung von Efsgabeln ftets gröfsere Verbreitung findet
erfolgt die Anfertigung in Steier nach wie vor aus gutem Stahl, was hier vom
Standpunkte der Qualität des Erzeugniffes lobend hervorgehoben zu werden
verdient.
Eine Specialität der steierifchen Messerfabrikation, der fog. Tafchen-
feitel darf hier nicht mit Stillfchweigen übergangen werden, weil er
einen namhaften Exportartikel nach dem Orient, nach der Nordküfte von Afrika
und nach Perfien bildet, wo man diefes billige und doch qualitätsmäfsige Geräthe
zu fchätzen gelernt hat. Der dazu verwendete gute fteierifche Stahl wird dem
Tafchenfeitel — bei feinem billigen Preife von fl. 18 per iooo Stück — wohl
die dauernde Alleinherrfchaft fichern. Auf der Ausfüllung war auch nur Steier in
diefem Artikel vertreten.
Eine weitere Specialität der fteierifchen \Ausftellung bildeten die
Maultrommeln, worin wir ebenfalls die ganze' Welt verforgen. Bedauer-
ic her Weife ifl der Verbrauch, im Rückgänge begriffen. In Gelchäftskreifen ift
man geneigt, den Grund diefer Erfcheinung dem unreellen Gebaren einiger
Commiffionäre beizumeffen, welche fich durch Verfetzung der Nummern (in
dem fie nämlich 3er für 4er, 4er für 5er u. f. w. verpackten und verfchickten)
unberechtigten Vortheil fchafften, und auf diefe Weife dem fremden Käufer das
ohnehin nur geringen Nutzen bringende Gefchäft verleideten. —
Die ausgeftellten c h i r u r gi f c h e n Inftrumente find zwar fchon in
einer anderen Gruppe, jedoch nur vom wiffenfchaftlichen Standpunkte au.;
gewürdigt worden. Wir können hier indefs den Artikel nicht mit Stillfchweigen
ubergehen, da wir in unferem Berichte mehr den commerziellen Standpunkt im
Auge haben, die chirurgifchen Inftrumente in unferen Rahmen der Stahlwaaren