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Full text: Webereimaschinen (Gruppe XIII, Section 2), officieller Ausstellungs-Bericht

Webereimafchinen. 
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Spulen das Zwirnen des mehrfachen Eintrages erfolgt und zwar mit Hilfe einer 
Ringfpindel, welche durch ein Handrad gedreht wird. Diefe Drehung wird durch 
Zahnrädchen auf eine parallel zur Ringfpindel gelagerte verticale Achfe und an 
deren oberem Ende durch Kegelrädchen auf die Zuführrolle der Eintragfäden 
übertragen. In der unteren Hälfte hat die verticale Achfe ein rechtes und linkes 
Schraubengewinde eingefchnitten, um der Ringbank die auf- und niedergehende 
Bewegung zu ertheilen. 
Der Wiener Mechaniker Franz L aub ek dagegen zwirnt den mehrfachen 
Seideneintrag zugleich mit dem Bewickeln der Schleiffpulen. Bei der von 
diefem Ausfteller conftruirten beachtenswerthen Schufsfpulmafchine flehen 
die Spulenfpindeln vertical und feft in der auf- und niederfteigenden Spulenbank. 
Der zugeleitete doublirte Faden wird durch eine die Spule umfaffende Gabel 
fowohl gedreht als auch in regelmäfsigen conifchen Schichten um die Spule 
gewunden. Der eine Arm der Gabel trägt auf einem eingefchnittenen Schrauben 
gewinde das Fadenführerauge, welches behufs Bildung der conifchen Faden- 
fchichten eine allmälige Verfchiebung erleidet in ähnlicher Weife, wie diefs bei 
den allgemein bekannten S ch ö nh e r r’fchen Schufsfpulmafchinen erfolgt. 
Neben diefer fehr folicl gebauten Mafchine hatte Laubek, wie fchon 
gefagt wurde, noch eine erwähnenswerthe B an d - Sp ulm afch i n e ausgeftellt. 
“ Die Wiener Induftrie war diefsfalls auch noch durch Spulmafchinen 
von Alois Röder & Comp, und durch Carl Arzt vertreten. 
Handftühle und Jacquardftühle. 
Bei der immer weiteren Ausbreitung der Mafchineninduftrie würde es 
wohl Niemanden überrafchen, wenn wir berichteten, k e i n e r Novität auf dem 
Gebiete der Hand-Webftühle begegnet zu fein. Eigentlich ift diefs auch der Fall, 
indem das einzig bemerkte Objedt — der Hand-Webfluhl von de Grave in 
Gent — bereits auf mehreren Aufteilungen figurirte, ohne jedoch bisher bei 
Berichterftattungen berückfichtigt worden zu fein. Wahrfcheinlich wurde das 
kleine, ohne nähere Erklärung auch unverftändliche Modell überfehen, und fall 
wäre es fo auch in Wien wieder gefchehen, wo man das ganz kleine Webftuhl- 
Modell in der Seitenhalle unter den koloffalen Ausftellungsobjetften der bel- 
gifchen Eifenwerke, welche die Aufmerkfamkeit des Befuchers fo fehr ablenkten, 
aufgeftellt hatte, ohne irgend eine Erklärung oder Erläuterung. Zufällig war 
Referent früherfchon auf de Grave's Webfttthl aufmerkfam geworden und ver 
danktferner dem bereitwilligen Entgegenkommen des Erfinders nähere Auffchlüffe. 
In den verfchiedenen Handwebereien Flanderns war man entweder nur 
für Leinenweberei oder nur für dieHerftellung geköperterWaare eingerichtet. Theils 
hatten die betreffenden Weber nur die eine oder nur die andere Zurichtung des 
Stuhles erlernt, theils verhindern die engen Wohnräume und die grofsen Koften 
die Aufftellung zweier, doch nur abwechfelnd zu betreibender Stühle, den einen 
für leinwandartige und den anderen für geköperte Waare. Bei wechfelnden 
Conjundluren war bald der eine Theil der Weber bitterer Noth ausgefetzt, 
während der andere Ueberflufs an Arbeit fand, und umgekehrt. 
Zur Ausgleichung diefes Uebelftandes fuchte nun de Grave— damals 
Fabrikfchul-Infpedlor in Gent —- dem Webftuhl eine folche Einrichtung zu 
geben, dafs derfelbe bei den ftrengften Anfprüchen an Solidität und Zweck- 
mäfsigkeit in einfachfter Weife aus einem Leinenftuhl in einen Webftuhl für 
gemufterte Zeuge und umgekehrt umgewandelt werden könne. 
De Grave hat die üch geftellte Aufgabe glänzend gelöft, und feine Stühle 
wurden fofort vom Gouvernement in den verfchiedenen Fabrikfchulen aufgeftellt, 
um den jungen Webern Gelegenheit zu bieten, nach beiden Richtungen fich 
auszubilden, um den eintretenden Eventualitäten beffer gewachfen zu fein.
	        
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