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MAK

Full text : Webereimaschinen (Gruppe XIII, Section 2), officieller Ausstellungs-Bericht

I

14  Johann  Zeman.
aufwärts  gekrümmten  Arm  der  eiferne  Verbindungsriegel  der  Geflellwände.  Von
diefem  Querriegel  geht  eine  Schnur  zu  der  über  denBruflbaum  fich  erftreckenden
Ausrückflange.  Am  äufserflen  Ende  der  beiden  Kettenbäume  find  die  bekannten
Bremfen  angebracht  und  der  Regulator  am  Zeugbaum.
Wenn  nun  auch  die  Kette  hinten  durch  den  Mittelfländer  in  zwei  Hälften
getheilt  ifl,  fo  vereinigen  (ich  die  Fäden  vorne  doch  fo  vollkommen,  als  ob  fie
von  einem  ununterbrochenen  Kettenbaum  fich  abwickeln  würden.
Der  von  der  renommirten  Firma  George  H  o  d  g  s  o  n  in  Bradford  ausgeflellt
gewefene  R  i  p  s  fl  u  h  1,  welcher  in  Frankreich,  Deutfchland  (Elfafs),  Oeflerreich  und
anderwärts  grofse  Verbreitung  gefunden  hat,  war  mit  einer  neueren  Dispofition  der
Bremsvorrichtung  für  den  Kettenbaum  verfehen,  welche  aus  Ketten,  Winkell
  ebeln  und  einem  Waagegewichte  fo  zufammengefetzt  ifl,  dafs  die  Bremfung  auf
beiden  Seiten  des  Kettenbaumes  flets  gleichmäfsig  vertheilt  wird.
Gröfseres  Intereffe  beanfpruchte  aber  ein  vom  Werkmeifter  diefer  Firma
J.  O  1  d  fi  e  1  d  uns  vorgelegter  kleiner  Apparat,  in  welchem  eine  neue  Idee  zur
Fadenbewegung  bei  der  Fachbildung  auf  Webflühlen  —  und  zwar  zunächfl  für
Gewebeleiften  in  höchfl  finnreicher  Weife  ausgeführt  war.
Wenn  auf  einem  Webfluhle  mehrere  Breiten  nebeneinander  erzeugt  werden
follen,  dann  erhalten  die  einzelnen  Streifen  an  der  Verbindungsflelle,  welche
nachträglich  aufgefchnitten  wird,  feflere  Leiften  dadurch,  dafs  man  diefe  mit
gekreuzter  Kette  webt.  Es  werden  die  Kettenfäden  an  den  Rändern  derGewebeflreifen
  nicht  wie  gewöhnlich  ins  Fach  genommen,  fondern  durch  eine  vom  Gazegewebe ­
  her  bekannte  Litzenanordnung.
Mit  dem  O  1  d  fi  e  1  d’fchen  Fachbilder  wird  die  Bindung  der  Leiflen-Kettenfäden
  nun  nicht  mit  gekreuzten,  fondern  mit  ununterbrochen  in  einem  Sinne  herumgedrehten ­
  Kettenfäden  erzielt.  Es  findet  thatfächlich  ein  Zwirnen  je  zweier
zufammengehörigen  Kettenfäden  flatt;  doch  liegen  zwifchen  den  einzelnen  Drehungen ­
  die  Schufsfäden,  welche  dergeflalt  feiler  umfchlungen  die  Leifle  ficherer
zufammenhalten  follen.*  *
Es  liegt  nun  nahe,  den  O  ldfi  eld’fchen  Apparat  bei  der  Fachbildung  für
Gazegewebe  überhaupt  in  Anwendung  zu  bringen.  Wenn  man  aber  flatt  der  continuirlichen
  Drehung  eine  ofcillirende  Bewegung  des  die  Fäden  tragenden  Spulenringes ­
  eintreten  läfst,  fo  erzielt  man  die  reine  leinwandartige  Bindung  in  einer
von  der  bisherigen  vollkommen  abweichenden  Weife,  worauf  von  anderer  Seite
näher  hingewiefen  wurde.**
Bei  der  Aufzählung  der  Neuerungen  in  den  verfchiedenen  Bewegungsmechanismen ­
  beziehungsweife  Conflrudlionsdetails  der  mechanifchen  Webflühle
für  glatte  Waare  etc.  haben  wir  die  von  Cafpar  Honegger  in  Rüti  (Schweiz)
ausgeflellten  Webflühle  für  Seidenfloff-Fabrikation  bisher  unerwähnt  gelaffen,
um  diefelben  wegen  ihrer  hervorragenden  Bedeutung  und  ihrer  intereffanten
Verbefferungen  im  Zufammenhange  vorzuführen.
Honegger  hatte  ausgeflellt:
1.  Webfluhl  für  Marzellin  oder  Doppeltafft,  auch  für  leichtere
Seidenfloffe  wie  T  afft.  —  Schaftbewegung  bei  entlafleten  Flügeln.  Verbefferte
Aufwindung.  Fliegendes  Rietblatt  mit  regulirbarer  Spannung.
2.  Webfluhl  für  fchweren  Tafft  fogenannten  Failles  (Lyoner
Waare).  —  Verbefferte  Gefchirrbewegung.  Aufwindung  wie  vorher.  Freier  Blattfchlag
  (battant  libre)  mit  Regulirung  des  Momentes  und  der  Kraft  des  Schlages. ­
  Roflförmige  Schützenbahn  zur  Schonung  der  Seidenkette.

*  Abgebildet  und  näher  befchrieben  in  D  in  g  1  e  r’s  polytechnifchem  Journal,  1873,  Band
CCIX.  Seite  169.
**  Vergleiche  Dr.  H.  Gro  the  in  der  „Allgemeinen  deutfchen  polytechnifchen  Zeitung“
1874,  Seite  245.
            
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