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Johann Zeman.
feiner fehr günftigen Wirkungsweife gefunden.* Es verwendet die Sächfifche
M af cli i n e nfab r i k in Chemnitz diefen Spannftab bei allen ihren Tuchftühlen.
So erübrigt nur noch die Anführung der Apparate zum Prüfen der
Gewebe auf ihre Ha 11 b a r k e i t,** welche in zwei Syftemen vertreten waren.
Der Apparat von L. S. Perraux in Paris prüft nur die Zugfeftigkeit des
Stoffes in der Richtung der Kette oder des Schuffes, je nachdem man das
Gewebeftück zwifchen zwei Klemmen einfpannt, von welchen die eine feft, die
andere aber mittelft Schraubenfpindel verfchoben werden kann. Ein Zeigerwerk
gibt den Grad der Fettigkeit an.
In jeder Beziehung überlegen ift der zweite Apparat: der Hiilometer
von Profeffor O. Beylich in München, mit welchem der Stoff auf feine Haltbarkeit
gerade fo durch Reibung, Zug, Biegung u. f. w. geprüft wird, wie derfelbe
etwa bei feinem Gebrauche beanfprucht werden kann. Je länger der Stoff
diefen Einwirkungen Widerftand leiftet, defto haltbarer wird derfelbe genannt
werden können.
Der zur Prüfung der Stoffe hinfichtlich ihrer Haltbarkeit von Beylich
erdachte und in der mechanifchen Werkftätte der königlich bayerifchen Induftriefchule
zu München ausgeführte Apparat erfüllt folgende Bedingungen:
1. Die Stoffe werden vermittelt!: des Apparates möglichft denfelben zerftörenden
Einwirkungen, welche ihre Abnützung beim Gebrauche verurfachen,
gleichzeitig und in fchn e 11 e r Folge ausgefetzt.
2. Die durch den Apparat bewirkten Abnützungen der Stoffe gehen aus
einer Reihenfolge von vollkommen gleichartigen Aktionen hervor, wobei keine
anderen Aenderungen der auftretenden Widerflände flattfinden als folche, welche
durch die Abnützung felbft verurfacht werden.
3. Der Apparat zählt die flattgehabten Aktionen, und die bis zur Abnützung
eines Stoffes auf einen beflimmten Grad, z. B. bis zur gänzlichen Zerftörung,
producirte Zahl liefert den Ausdruck für die relative Haltbarkeit des Stoffes —
eine Zahl, welche Vergleichungen geffattet mit allen denjenigen Zahlen, die
irgendwelche andere bei der Probe vollkommen gleich behandelte Stoffe ergeben
haben.
4. Der Apparat ift übrigens fo eingerichtet, dafs die Stärke der verfchiedenartigen
„Beanfpruchung“, welche die Stoffe erfahren, — und zwar jede derfelben
unabhängig von den übrigen — verändert werden kann. Hierdurch ift es ermöglicht,
die Abnützung der Stoffe verfchiedener Gattung in der ihnen angemeffenften
Weife, nämlich fehr nahe übereinftimmend mit der Abnützung, welche fie beim
gewöhnlichen Gebrauche erleiden, zu bewerkftelligen.
Im Wefentlichen befteht der B eyli ch’fche Hiftometer aus einem Syftem
von Walzen, über welche der zu prüfende Stoff gelegt ift, und zwar in doppelter
Lage um die untere Hälfte der Hauptwalze herum, welche durch ein Waagegewicht
entfprechend belaftet ift. Die eine der Führungswalzen erhält durch
einen Kurbelmechanismus eine ofcillirende Bewegung, welche durch das angefpannte
Stoffband auf die übrigen Walzen übertragen wird.
Die wefentlichfte Inanfpruchnahme findet hierbei offenbar in beiden
Theilen des Gewebeftückes ftatt, welche unterhalb der belafteten Hauptwalze
fich berühren und, indem fich beide immer wiederkehrend gleichzeitig nach entgegengefetzten
Richtungen bewegen, auf einander reiben. Diefe 1 heile des
Gewebes find aufserdem noch gewiffen Anfpannungen und wiederholten Biegungen
ausgefetzt. Die Stärke der Reibung ift bedingt durch den Druck des äufseren
Stoffbandes gegen das innere unmittelbar an der Walze liegende; der Druck
* Patentirt in Oefterreich am 14. März i86r ; befchrieben in D i n g 1 e r’s polytechnifchem
Journal, 1864, Band CLXX1I, Seite 411. Vergleiche auch die Befchreibung und Abbildungen
von H. Richard in den Mittheilungen des Gewerbevereines für Hannover, 1873, Heft 6.
** Vergleiche Dr.H.Grothe in der „Allgemeinen deutfehen polytechnifchen Zeitung“
1874, Seite 112.