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Full text : Die Goldschmiedekunst (Arbeiten in Edelmetall und Edelstein), (Gruppe VII, Section 1), officieller Ausstellungs-Bericht

Silberarbeiten.

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auf  dem  Poflamente,  mit  Reliefs  und  verfchiedenen  Gruppen  oder  Figuren  am
Fufse  und  zu  den  Seiten,  alles  durch  allerlei  allegorifche  Gedanken  verbunden,
wie  fie  eben  bei  Denkmälern  in  Uebung  find.  Der  Unterfchied  ifl  nur,  dafs  diefes
Monument  in  Silber  (oder  einer  ftellvertretenden  Metallcompofition)  ausgeführt
und,  weil  für  die  Tatei  beftimmt,  in  kleinen  entfprechenden  Dimensionen  gehalten ­
  ifl.  Die  andere  Art  hält  daran  fefl,  dafs  das,  was  für  die  Tafel  beftimmt  ifl,
auch  als  Gefäfs  erfcheinen  mufs,  gibt  demfelben  eine  entfprechend  reiche  Bildung ­
  und  fügt  ihm  nach  der  künfllerifchen  Intention  weiteren,  mehr  oder  minder
bedeutungsvollen  Schmuck  hinzu.  Jene  Art,  die  monumentale,  war  bei  Elkington
vorzüglich  durch  einen  grofsen  Tafelauffatz,  die  „Internationale  Voiunteerpreistrophäe“
  vertreten,  eine  Arbeit  des  Engländers  Wilms,  mit  Hauptfiguren  und
Gruppen,  mit  Göttern  und  Göttinnen,  Pferde-  und  Ochfengefpann,  Alles  frei  auf
Piedeftal  und  Unterfatz  geflellt.  Die  andere  Art  hatte  ihr  bedeutendfies  Beifpiel
in  der  fogenannten  „Helikonvafe“  von  Morel-Ladeuil,  welche  in  der  Idee  ihres
reichen  Beiwerkes  die  Verbindung  von  Poefie  und  Mufik  verkörperte.  Diefe
Vafe,  reich  in  der  Compofition,  fchön  in  der  Profilirung,  von  dunklem  Stahl  mit
Incruflationen  in  Gold,  mit  Figurenfchmuck  in  getriebenem  Silber,  fomit  auch
von  Seiten  der  Technik  überaus  intereffant,  war  ohne  Frage  das  ausgezeichnetfle
Stück  aller  englifchen  Goldfchmiedearbeiten,  wenn  nicht  überhaupt  die  bedeutendfle
  Leiflung  unter  allen  ihres  Gleichen  auf  der  Weltausflellung.
Was  hier  in  England  und  zwar  bei  demfelben  Ausfleller  vereinigt  erfcheint,
diefe  doppelte,  fo  verfchiedenartige  Löfung  gröfserer  Aufgaben,  findet  fich  bei
den  übrigen  Staaten  meiflens  getrennt  oder  doch  in  vorwiegender  Neigung  nach
der  einen  oder  der  anderen  Art.  Wer  auf  altem  Standpunkt  fleht,  folgt  der  monumentalen ­
  Art,  wer  fchon  durch  die  Principien  der  Gefchmacksreform  mehr  aufgeklärt ­
  erfcheint,  flrebt  nach  rationellerer  Löfung  in  Art  der  Helikonvafe.
Jene  Methode  findet  noch  durchgängig  beiden  kleineren  Staate  n  flatt.
So  ifl  ein  Tafelauffatz  bei  dem  Holländer  van  Kempen,  der  die  Beflimmung
eines  Ehrengefchenks  hat,  vollfländig  in  der  Form  eines  grofsen  Monuments
gehalten,  mit  würfelförmigem  Poflament  und  Seitenfiguren  und  einer  krönenden
weiblichen  Figur  fammt  dem  niederländifchen  Löwen.  Von  dem  Dänen  Chriflefen
  in  Kopenhagen  war  eine  ähnliche  Aufgabe  in  der  Form  eines  monumentalen ­
  Brunnens  mit  vier  Schalen  gelofet,  dazu  mit  den  Gottheiten  des  Meeres,
Neptun  und  Galathea  und  Tritonen,  nebfl  allegorifchen  Figuren  der  Wiffenfchaften
  und  der  Kiinfte.
Diefelbe  Art  der  Löfung  ifl  durchaus  vorherrfchend  bei  den  grofsen  künfllerifchen ­
  Aufgaben,  die  den  Goldfehmieden  Berlin’s  in  letzter  Zeit  in  ungewöhnlichem ­
  Mafse  zu  Theil  geworden  find.  Die  ruhmvollen  Kriegser  eigniffe,  die  Dankbarkeit ­
  gegen  die  fiegreichen  Führer,  die  in  glänzenden  und  kofibaren  Ehrengefchenken
  ihren  Ausdruck  fand,  haben  eine  Anzahl  der  grofsartigflen  Aufträge
für  die  Goldfchmiedekunfl  hervorgerufen.  Dafs  fie  fämmtlich  in  der  gefchilderten
monumentalen  Art  gelöfet  worden  find,  darin  liegt  die  Urfache  theils  in  der  Berliner ­
  Tradition,  theils  in  dem  Vorhandenfein  zahlreicher  wohlgefchulter  Bildhauer ­
  bei  fall  gänzlichem  Mangel  fpecieller  Künfller  für  die  Kunflinduflrie.
Diejenigen  Berliner  Goldfehmiede,  welche  Vorzugs  weife  mit  der  Ausführung ­
  folcher  Werke  betraut  worden  find,  waren  einerfeits  Sy  &  Wagner,
andejerfeits  V  o  11  g  o  1  d  &  Sohn.  Von  Demjenigen,  was  fie  auf  die  Weltausflellung ­
  in  diefer  Art  gefendet  hatten,  wollen  wir  nur  ein  paar  Gegenflände  erwähnen. ­
  Der  eine  von  Sy  &  Wagner  bildet  eine  Erinnerung  an  die  Schlacht  von
St.  Privat.  Es  ifl  ein  architektonifches  Poflament  mit  freiflehenden  Gruppen  und
allegorifchen  Figuren.  Ein  anderer  Gegenfland  derfelben  Fabrik  ifl  dem  Abend
nach  der  Schlacht  von  Rezonville  gewidmet:  es  flellt  den  König  felbfl  dar  in
einer  Gruppe  mit  Bismarck,  Moltke  und  Roon  auf  einem  Poflament.  Es  ifl  alfo
völlig  Bildhauerarbeit  im  Kleinen.  Dasfelbe  gilt  von  einem  dritten  Silberdenkmal ­
  aus  der  Fabrik  von  Vollgold,  welches  mit  der  Boruffia  auf  einem  Poflament
            
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