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Full text: Eisenbahn-Unter- und Oberbau (Gruppe 18, Section 2), Erster Band, officieller Ausstellungs-Bericht

7. Der Bau der Bisenbahnen als specieller Culturfactor. 
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gelangen, die Bewohner derselben nach dem vollendeten Eisen 
bahnbane auf einer erheblich geistig höher stehenden Stufe ver 
lassen, als auf der sie angetroffen wurden, ist ohne Zweifel ein Er- 
gebniss des Baues selbst. Es erklärt sich diese merkwürdige, weil 
sich so rasch vollziehende Thatsache ganz einfach dadurch, 
dass die einem umfangreichen Eisenbahnbaue innewohnenden 
Bildungsmomente in so aussergewöhnlicher Dosis verabreicht 
werden. Hierher gehört der persönliche Einfluss der Baubeamten 
selbst, die Mitbringung ihrer vorwiegend doch besseren Gewohn 
heiten aus cultivirteren Gegenden, die vermehrte Bekanntschaft mit 
der Tagespresse' die Zusammenströmung Tausender von Menschen, 
das in Folge des Eisenbahnbaues sich rasch vollziehende, rege 
geschäftliche Leben überhaupt und die Geltendmachung jenes 
ethischen Momentes, welches jeder Arbeitsvermehrung, also 
namentlich jeder öffe n 11 i c h e n Bauthätigkeit imiewohnt. 
2. Die Wohlthat der friedlichen Begegnung der Banvölker. 
Das mächtige Zusammenströmen vonMenschen verschiedenen 
Vaterlandes, verschiedener Sprache, verschiedener Sitte, Gewohn 
heit, Religion, verschiedener staatlicher Erziehung und unter 
schiedlicher technischer Bildung auf dem Eisenbahnbauplatze — ein 
Zusammenströmen, welches in der Regel nach vielen Tausenden 
von Köpfen zählt —sowie die Berührung dieser Menschen wiederum 
mit jenen in der Baugegend wohnenden: bieten für diese Bauvölker 
selbst ein Bildungsmittel, welches in hohem Grade sittigend wirkt 
und in diesem Grade wenig beeinflusst wird von dem sittlichen 
Tiefgänge des einzelnen Individuums. 
Die Entwickelung des Eisenbahnnetzes Europas hat dieses 
sittigende Moment aus zwei Gründen sogar wesentlich befördert; 
einmal nämlich hat der erleichterte Verkehr thatsächlich Gelegen 
heit gebracht, dass der Gegend völlig fremde Nationalitäten dem 
Baue Zuströmen können, und zum anderen Male hat dieser erleich 
terte Verkehr Gelegenheit geboten, dass die einzelnen Ingenieure 
und die einzelne Arbeitergruppe auch ihrer Speeialität nachgehen 
und diese Fortschritte ständiger Weiterübung auch civilisatorisch 
weiter tragen können.
	        
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