3. Ausarbeitung der Projecie.
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der dadurch vereinfachten Bauleitung einer grossen Bahn; ein dritter
in dem Werthe der Individualisirung der Bahn; ein letzter Grund
endlich in dem Werthe gleichartiger Construction entlang der
ganzen Bahn, welche oft von Ingenieuren projectirt und erbaut wird,
die verschiedenartige technische Bildung und technische Con
structionsweisen in sich vereinen.
Diesem Werthe der Normalien steht ein grosser Nachtheil,
nämlich der der Chablonisirung und der zugelassenen Flauheit der
Denkkraft der Ingenieure entgegen, jedoch nur in untergeordnetem
Maasse, sobald der technische Dirigent und die Oberbeamten tüchtig
und rührig sind.
Der Werth der Normalien, welcher schlüsslich auch noch in der
Raschheit der Projectirungsarbeiten liegt, ist in derThat auch heute
ein überall anerkannter, und dass dem so sei, davon gab auch die
Ausstellung durch die vielseitig herbeigebrachten Normalien ein
hervorragendes Zeugniss. Wir beschränken uns indess auf die Auf
zählung der folgenden Aussteller:
1. K. k. privilegirte österreichische Nordwestbahn.
(Nordwestbahnpavillon).
Unter den österreichischen Bahnen hat dieselbe die
einzige vollständige Sammlung ihrer Normalpläne und betreffen
den Instructionen gebracht, aus denen sich entnehmen Hess, dass ein
aus derEtzel’schen und Thommen’schen Schule stammender einheit
licher Geist das Ganze durchwehte und ein grosser wissenschaftlicher
Werth den Constructionen und Vorschriften innewohnte. Besonders
erwähnenswerth sind die Hefte der Normalzeichnungen für Erdbau,
eiserne Brücken, Oberbau, Wasserstationen, Signalwesen, dann die
Normalien für den Hochbau (Wärterhäuser, Beamtengebäude, Sta
tionsgebäude, Güterschuppen. Perrons, Wasserstationen. Remisen,
Werkstätten und Drehscheiben), endlich die Normalien für Aus
rüstungsgegenstände und Einfriedung der Bahn.
2.VenIo-Haiiibiirger Eisenbahn.
(Deutscher Pavillon.)
Unter den ausländischen Eisenhalmgesellschaften war es
diese, welche die vollständigste Sammlung der Normalpläne und