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Full text : Eisenbahn-Unter- und Oberbau (Gruppe 18, Section 2), Erster Band, officieller Ausstellungs-Bericht

2.  D.  Werden  d.  Dampfmaschine  u.  ihre  Einführung  i.  d.  Schifffahrt.  13

schaft,  deren  Pflege  sie  einst  so  gross  gemacht,  hatten  fallen  lassen,
ernst  zu  schweigen  —  mit  Frankreich  der  Fall;  dieses  grosse
Reich,  das  seit  Colbert  (1619  —  1683),  dem  Stifter  der  Akademien,
und  durch  seine  Encyklopädisten,  insbesondere  aber  auf  dem  technischen ­
  Gebiete  durch  seine  grossen  Ingenieure,  wie  wir  es  im
Verlaufe  der  gegenwärtigen  Arbeit  mehrmals  werden  anzuerkennen
haben,  die  Schärfe  seines  Geistes  verrieth;  dieses  Reich  war  zur
Gänze  durch  seinen  physiologischen  Gährungsprocess,  den  es  für
die  gesammte  Menschheit  durchzumachen  hatte,  und  durch  seine
körperlichen  Tourniere  nach  aussen  absorbirt,  als  dass  es  Müsse
gehabt  hätte,  gleich  England  den  Blasebalg  zu  treten  um  den  Gluthfunken
  „Dampf 1 *  siegreich  zu  fochen.
Nur  ein  ebenbürtiger  Rival  trat  mit  England  zugleich  auf
den  Fechtboden  der  industriellen  Cultur:  das  junge,  aus  dem  Ocean
emporgetauchte,  seit  Christoforo  Columbo  in  seiner  inneren  Constitution ­
  gänzlich  umgefügte  und  durch  die  anglo-germanische  Race,  vermöge ­
  der  Anerkennung  des  goldenen  Principes  „von  dem  Werthe
der  Arbeit“,  durchsinnigte  Nordamerika!  Dieses  Land  begriff
ebenfalls  sofort  die  Bedeutung  des  Culturfunkens  „Dampf“,  denn
es  besass,  wie  England,  nicht  nur  die  Arbeitsbasis  „Kohle  und
Eisen“,  sondern  auch  jene  der  Baumwolle  direct,  verfügte  aber  auch
über  noch  schwieligere  Hände,  über  den  Geist  der  „Seltmans“
und  über  die  ungeheuere  Triebkraft  der  culturellen  Nothwehr.
Seine  Culturexistenz,  zu  Ende  des  vorhergegangenen  Jahrhunderts
noch  vollkommen  geknüpft  an  Europa  und  eigentlich  frei  geworden
erst  im  Jahre  1783,  lag  einmal  in  der  Nothwendigkeit,  die  Zeitdistanz ­
  nach  Europa  zu  verkürzen,  und  zum  andernmale  in  dem
bedingten  Ersätze  der  mangelnden  Menschenhände  durch  die
maschinelle  Arbeit.  —
Es  leuchtet  uns  wohl  schon  nach  diesem  kurzen  Ueberblieke
ein,  dass  zur  Zeit  eines  motivirten  Erscheinens  der  Dampfmaschine
der  Tenor  auf  dem  Streben  lag,  unter  den  Verkehrsmitteln  die
Schifffahrt  damit  zu  vervollkommnen,  und  dass  die  culturelle
Lage  und  die  Seelage  von  England  und  Nordamerika  vorzugsweise
diese  Länder  zwangen,  um  die  Siegespalme  zu  streiten.  Und  in  der
That,  die  Geschichte  erweist  diese  Nothwendigkeit,  wie  sie  vormals
an  die  Menschheit  herantrat,  vollkommen;  das  Bedürfniss  belebte
            
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