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I. Die geschichtl. Entwickelung u. d. Culturwerth d. Eisenb.
den iMenschengeist und zwang ihn zum weiteren Aussinnen des
einst in geistiger Freiheit entstandenen Ursprungsgedankens.
Ein edler Charakter unserer Zeit, der greise Döllinger zu
München, hat in seiner schon erwähnten lichtvollen Schrift den ewig
wahren Satz entwickelt: dass es die geistigen Mächte, die Ideen
sind, welche die Weltgeschichte beherrschen und gestalten, und
dass es zuletzt doch immer die grossen Gedanken, und nicht
die Leidenschaften sind, welche die Welt bewegen und in der Ge
schichte der Menschheit die Entscheidungen herbeifuhren. Unsere
Generation hat wohl mehr denn irgend eine andere, frühere, die
volle Ueberzeugung von der Wahrheit dieser These gewonnen und
vermöge der mannigfachsten Forschungen auf dem Gebiete mensch
lichen Wissens, Könnens und Erlebens, also gebietend Uber eine
Summe von Forschung und Erfahrung aus alter Zeit und aus gegen
wärtiger Anschauung sich vollziehender Thatsachen, auch das Recht,
diese These, welche ja heute auch die der Staatslenkung ist, auf
die grossen Erfindungen der Zeit anzuwenden.
Denn jede Erfindung ist ja nichts Anderes, als die Befol
gung des grossen Principes von der Umsetzung der geistigen Arbeit
in physische, also desselben Principes, welches der Motor unserer
ganzen culturellen Existenz, demnach die Lebensbedingung des
Körpers der Menschheit ist, und welches die „Bewegung-*, die
Lebensaction, hervorbringt und in dieser Bedingung der „Bewe
gung“ auf einen der Urbegriffe der Philosophie stösst. In der
That sind auch die drei wichtigsten Erfindungen, welche die Cultur
der Menschheit stets in ein ganz anderes, vervollkommnetes
Gefüge gebracht haben, nämlich die Erfindung des Schiesspul
vers, der Buchdruckerkunst und der Dampfarbeit keine
plötzlich in die Cultur der Menschheit eingetretenen Elemente, son
dern nur der Aufbau anstrengender, geistiger Arbeit, die dem in
geistiger Freiheit entstandenen Gedankenblitze weiter folgte. Sowie
Constantin Anklitzen, der nachmalige Mönch Barthel Schwarz
(zwischen 1370 und 1380), respective der Schwarze Barthel, der
Nigromanticus, auf den unser ehrwürdiger Sebastian Münster in seiner
„Cosmographia“ (1544— 1614) sehr schlecht zu sprechen ist, seine
Vorläufer schon 80 nach Christus in China und später in Julius Afri-
canus (215), in Marcus Grachus (846), in Albert Magnus (1280), in