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Full text: Eisenbahn-Unter- und Oberbau (Gruppe 18, Section 2), Erster Band, officieller Ausstellungs-Bericht

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III. Erd- und Felsarbeiten. 
Die Erfahrung hat mm bekanntlich festgestellt, dass das zu 
bewegende Quantum und die einzuschlagende Transportweite die 
Wahl des Transportsystemes vorschreiben, die Localität gestattet 
jedoch mannigfache Variationen in der Wahl. 
Im Ganzen nun culminirt der Fortschritt in der Anordnung 
der Transporte, in der Wahl des maschinellen Transportes, also 
in der Anwendung von Maschinen, und unsere Zeit schreibt uns in 
Fällen, wo es gilt bedeutende Massen zu bewegen, schon im 
vorhinein die Anwendung von Maschinen vor. 
Und wenn wir erwägen, dass Bahneinschnitte von '/ 2 Million 
Kubikmeter Inhalt, also von circa 23,000.000 Centner zu bewegender 
Masse keine Seltenheit sind und dass die Raschheit der Bewäl 
tigung geboten ist, so ergibt sich der Wunsch nach Anwendung 
maschineller Arbeit umsomehr, als die Maschinenarbeit der beste 
Regulator im Gange der Arbeit ist und die schärfste Aufsicht über 
die Arbeitercolonnen au Werth überbietet; es kommt mit einem 
Worte durch die Anwendung der Maschinenkraft nebst ihren anderen 
Vortheilen grosse Ordnung in die Arbeit und verleiht der letzteren 
ein taktmässiges Vorschreiten. 
Diese Gründe sind es, welche in den letzten 10 Jahren a) die 
Anwendung des sogenannten Locom otivtransporte s beim 
Eisenbahnbaue immer häufiger machen und welche es veranlassen, 
dass man in den dazu geeigneten Fällen h) Bremsberge zum 
Herablassen der vollen und zum Heraufziehen der leeren Wagen und 
erstehende Dampfmaschinen zum Herheiziehen der vollen 
und zum Rücktransporte der leeren Wagen sehr gerne anwendet. 
Diese Fortschritte des Erdbaues, welche einer unserer grössten 
Meister, der verstorbene BaurathHenz, wissenschaftlich inaugurirt hat, 
sind frühzeitig schon in Deutschland gewürdiget und gepflegt worden, 
weil in diesem Lande die Erdarbeiten bei den Eisenbahnbauten eine 
ganz hervorragende Wichtigkeit erlangt haben; denn in Deutschland 
entstanden die alten Stammbahnen auf flacher Ebene und mussten 
in Consequenz der Leistungsfähigkeit die fortsetzenden und ab 
zweigenden und namentlich die coneurrirenden Gebirgsbahnen mit 
möglichst grossen Radien und möglichst geringen Steigungen, also mit 
sehr bedeutenden E r d a r b e i t e n erbaut werden, um,wenn auch mit
	        
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