7. Transportsysteme.
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Die Riese dient zum Holztransporte im Schlierenthal herab
gegen Alpnach und überspannt zwei Schluchten in 150 Meter,
respective circa 80Meter Höhe; das Spannseil von2100 Meter Länge
besteht aus G Litzen ä 6 Drähten, hat 3 Centimeter D. wiegt
2-5 Kilogramm pro laufenden Meter und kostete L75 Francs pro
Meter. Dieses Seil, theilweise mit 35 % geneigt, dient zur Auf
nahme eines hängenden Wagens, der aus zwei gekuppelten Lauf
rädern besteht, an die der fortzuschaffende Holzstamm aufgehängt
wird. Zur Verminderung der Fahrgeschwindigkeit dient eine Brems
anlage, welche ihre Wirkung durch ein besonderes, auch zum
Rückzüge dienendes Seil ausübt.
§. 4. Seilaufzüge.
Eine andere, wesentliche Art des Transportes beim Erdbaue
besteht in der maschinellen Emporhebung der gewonnenen
Massen, und tritt dieselbe dann ein, wenn die Hebungshöhe eine
Grösse erreicht hat, die durch schräg oder im Zickzack angelegte
Karrenfahrten oder Rollbahnen nicht mehr vortheilhaft überwältiget
werden kann.
Derlei Seilaufzüge waren auf der Ausstellung nur indirect,
nämlich im Gebiete des Bergbaues — dem sie übrigens als För
derung aus senkrechten oder tonlägigen Schachten entstammen —
vertreten; sie werden im Erdbaue in zweifacher Art verwendet,
nämlich:
(1) wenn man aus dem Einschnitte oder Anschnitte einen Stollen
in den Berg treibt, auf ihn einen Schacht stellt und die
Massen durch diesen direct und senkrecht aufzieht, oder
b) wenn man eine schiefe Ebene, eine Seilbahn errichtet und auf
dieser die Wagen fördert.
Unter Umständen kann man auch die Anlage eines festen
Geleises ersparen und den Betrieb mittelst sogenannter Drahtseil
bahnen einrichten, auf welche wir weiter unten zu sprechen kommen
werden, welche jedoch niemals ein gleichwerthiges Ersatzmittel
der Schienenseilbahn sind und nur dann im Erdbaue gerechtfertigt
erscheinen, sobald man die Ueberbrückungen von Thälern und
Flüssen vermeiden will, oder sobald man Hindernisse (vorzugsweise