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Full text: Eisenbahn-Unter- und Oberbau (Gruppe 18, Section 2), Erster Band, officieller Ausstellungs-Bericht

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IV. Aus&ergew’öhnliche Unterbauten. 
Das Hochwasser an der Mündung der Osterschelde stand 
tiefer, als jenes bei Vlissingen in der Westerschelde; auch war der 
Weg des Wasserrückganges zwischen Zierikzee (Mündung der 
Osterschelde) und Bergen-op-Zoom ein kürzerer, als zwischen 
dieser letzteren Stelle und Vlissingen, entlang der Westerschelde. 
Die in der Osterschelde nächst Bergen-op-Zoom durch den 
früheren Abzug des Wassers trockengelegten Sandbänke wurden 
also durch das Fluthwasser der Westerschelde Uberströmt; es floss 
also das Westerschelde-Hochwasser zum Theile durch die Oster 
schelde ab. 
Erst in der dritten Stunde nach Hochwasser trat die Kenterzeit 
zwischen beiden Strömungen ein, und zwar meistens bei einem Stande 
von ungefähr 2 Meter unter der Neu- und Vollmondsfluthhöhe, 
also nachdem die Sandbänke bereits trocken lagen. 
Den Beobachtungen und Berechnungen des internationalen 
Ausschusses zufolge, flössen in einer normalen Fluthzeit circa 
32% Millionen Kubikmeter Wasser von der Wester- in die Oster 
schelde, von welcher Wassermenge nur 11% Millionen Kubikmeter 
durch die Westerschelde zurückkehrten, so dass 21 Millionen 
Kubikmeter des Westerschelde - Fluthwassers durch die Oster 
schelde dem Meere zuflossen, das heisst, dass der Westerscheider- 
Wasserstrasse dieses Wasserquantum entzogen wurde. 
Diese Wasserbewegung führte nun zu der technischen 
Erörterung, ob sie die Schifffahrtsverhältnisse der Westerschelde 
verbessere oder verschlechtere, und man darf bei der 
internationalen Erörterung dieser Frage niemals aus dem Auge ver 
lieren, dass die belgische Regierung aus Gründen für Antwerpen 
Vlissingen scheel ansehen und ihre For§e in der Osterschelde suchen 
musste und für deren Beeinträchtigung, wenn auch kein streng 
sachliches, so doch ein bestehendes Motiv in dem Beveland- 
canale fand. 
Die niederländischen Ingenieure traten nun für die Herstellung 
eines Eisenbahndammes, respective der Abdämmung bei Bath ein 
und behaupteten, dass diese Abdämmung dem Fahrwasser der 
Westerschelde günstiger sein müsse, weil ihr damit 21,000.000 
Kubikmeter jeweiliges Fluthwasser bewahrt bleiben und demnach 
ein höherer Wasserstand zukomme.
	        
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