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Full text: Eisenbahn-Unter- und Oberbau (Gruppe 18, Section 2), Erster Band, officieller Ausstellungs-Bericht

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7. Die geschichtl. Entwickelung u. d. Culturwerth d. Eisenb. 
Nachdem die Menschheit, wie so vieles Andere, auch die 
charakteristischen Zeiten der Kleiderordnung überwunden hatte, 
deren Motive uns ja Johannes Sclierr, der unübertroffene Sammler 
auf dem Gebiete der deutschen Cultur- und Sittengeschichte, so dra 
stisch schildert: gelangte vorerst Amsterdam 1650—1740 und später 
nach seinem Einflüsse auf Indien England in London, Bristol, Glas 
gow und Liverpool zum Hauptmarkte für den Handel in Baumwolle 
und in jenen wunderbar feinen indischen, sowie den gewöhnlichen 
Producten, deren Namen Calicos bekanntlich davon herrührt, dass 
sie die Portugiesen und Holländer, die Vorläufer der Engländer in 
Indien, aus Calicut brachten, seit Vasco de Gama das Cap umfahren 
hatte. Den eigentlichen Wollhandel betreffend, ist noch zu bemerken, 
dass 1750 Jamaica nach England schon 2000 Ballen lieferte; 1782 
bezog dieses Land zumeist aus Cypern und Smyrna bereits 33.285 
Ballen (ä 300 Pfd.); 1783 soll (nach Beer) die erste indische 
Wolle dahin geschafft worden sein (?); 1781 kam die erste brasi 
lianische, 1784 die erste nordamerikanische, 1823 die erste egypti- 
sche Baumwolle in den Handel. 1701 betrug der englische Import 
an Baumwolle erst 11.708 C'tr., 1770 schon 47.645 Ctr., 1780 
67.666 Ctr., 1800 560.107 Ctr. (1873 verarbeitete England circa 
12,430.000 Ctr.). 
Der eigentliche Aufschwung der Baumwoll-Manufactur datirt 
jedoch aus England* und obzwar deren Hantirungen schon 1582 
durch reisende englische Kaufleute den Asiaten abgelauscht zu 
werden versucht wurde, und nach Roberts und Füller (1641 und 
1662) diese Manufactur schon um jene Zeit in Manchester sesshaft 
war, so kam das Aufblühen dieser Industrie aus inneren und 
äusseren Gründen doch erst, und schliesslich im Geiste Adam 
Smith’s zur Zeit des Entstehens der Dampfmaschine, welche ja den 
Sinn für maschinelle Arbeit und für Maschinen überhaupt schon 
durch ihr Entstehen so lebhaft förderten, zum Durchbruche. 
Die im Beginne des 17. Jahrhunderts vorhandene Art zu 
spinnen war noch sehr primitiv, mahnte an die Manipulationen der 
Hindus, und gestatteten die vorhandenen maschinellen Apparate 
weder grosse Leistung, noch feine Gespinnste. 
Seit der Erfindung des Jürgens’schen Spinnrades (1530) hatte 
die Spinnerei keine Fortschritte gemacht, obschon die neueren
	        
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