5. Dia historische Entstehung der Ehenlahnen.
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1808 zuerst von Sir Cooke zu Birtley-Fell in Durham ausgeführt
wurde, die Ingenieure ablenkte, und während endlich der Genius
der Industrie und des Verkehres ringsum leuchtete und der Mensch
heit wohlwollend zuwinkte — da war in dem einfachen Maschinen
wärter Georg Stephenson (geboren 1781, f 1848) zu Killingworth
der grosse, in seinen Folgen die ganze Menschheit cul-
turell um gestalten de Gedanke eingezogen, sich eben
falls der Herstellung einer brauchbaren Locomotive zu
widmen. Und Lord Bavensworth, einer jener englischen, echten
Aristokraten, welche der Menschheit durch die Förderung der
Wissenschaft und der Industrie so enorme Dienste erwiesen haben,
setzte Stephenson in die materielle Lage, seine Pläne zu verfolgen.
Dieser schuf — angeregt durch die Beobachtung der Blakett’scben
Maschinen, welche täglich vor seinem Elternhause zuWylam vorbei
humpelten, dann angeregt durch die Studien an derTrevithick’schen
und Blenkinsop’schen Maschine, welch' letztere er 1813 zwischen
Kenton und Coxlodge zum erstenmale gesehen hatte — mit Zuhilfe
nahme des Blasrohres diejenige erste Locomotive, welche
vollen Anspruch auf Weiterbau in der neuen Erfahrungswissenschaft
hatte; er taufte sie in Verehrung für seinen Gönner „My Lord“ und
fuhr mit ihr zum erstenmale am 25. Juli 1814 auf dem Killing-
worther Werksgeleise.
Diese Maschine, bei welcher die Kolbenbewegung auf die
Laufräder noch durch Zahnräder vermittelt wurde und welche auf
1 : 456 im Ganzen acht Kohlenwagen von 600 Centner Gewicht zog,
litt enorm unter den, durch das wackelige Geleise erzeugten Stössen,
und nahm Stephenson 1815 mit Dood ein Patent, nach welchem die
Zahnräder wcgfielen und die schon 1778 von Watt erfundene
Bleuelstange direct auf die Laufräder wirkte. 1819 fuhren auf der
Killingworther Strecke schon fünf Stephenson’sche Maschinen, vom
Volkegenannt die „Iron Horses“, welche indess auf dem holperigen
Geleise in Wahrheit wie die Pferde trabten und das Geleise ebenso
zerstiessen, wie sich selbst schädigten.
Aehnlich war es mit den für die am 18. November 1822 dem
Maschinenverkehre eröffnete Kohlenbahn zwischen der Hettongrube
und dem Wearflusse dienenden drei Maschinen der Fall, welche
(nach C. Oeynhausen und H. v. Dechen) bald wieder abgeschafft