5. JDie historische Entstehung der Eisenbahnen.
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übrigen mit an 450 Menschen belastet waren, mit einer Ge
schwindigkeit von stellenweise 12 englischen Meilen in der Stunde
dahin.
Die Erfindung, welcher Trevithick und Vivian vor 21 Jahren
greifbare Gestalt gegeben hatten, war endlich nach rastloser,
schwerer Arbeit eines zähen Engländers zum Durchbruche gelangt,
und wenn auch das Weltblatt, die „Times“ am 24. Jänner 1825 noch
die Eisenbahnen für Zwecke des Reisens verurtheilt hatte, weil die
Kolosse von Maschinen ja das Geleise zerstössen und die schnelle
Fahrt zu gefährlich sei, so hatte Stephenson auch zu Stoctou-
Darlington den Beweis erbracht für die Richtigkeit seiner seit
mehr als zehn Jahren gepredigten Sätze. Die Welt der Technik
musstenunmehrmit einer Thatsae h e rechnen, und wenn sie auch
noch weiter gegen Stephenson stürmte, als er für die nächste grosse
Eisenbahn zwischen Liverpool und Manchester, die schon 1831 von
William James und von Sanders geplant wurde, den Gebrauch seines
Dampfrosses proponirte, so konnte er doch 1827 seine weiteren
Errungenschaften mit der Sechskupplermaschine „Royal George“ vor
führen und die Gegenströmung niederwerfen, die von dem Herzoge
von Bridgewater, von Wood und Alderson, von Francis Giles, G.
Leather und von H. R. Palmer gegen das neue Unternehmen ge
leitet wurde.
Die Tage von Rainhill, dem Orte, wo am 6. October 1829 die
fünf Probemaschinen:
1. „Rocket“ (Rakete) von Stephenson;
2. „the Noveltey“ (Neuigkeit) von Braithwaite;
3. „the Sans-pareil“ (Unvergleichliche) von Hackworth.
4. der „Cyklop“ von Brandreth, und
5. die „Perseverance“ (Beharrlichkeit) von Burstell
zum Wettkampfe des Maschinenthums für die Linie Liverpool-
Manchester erschienen, gab den drei Preisrichtern:
J. M. Rustrick Esq. aus Stourbridge,
Nikolaus Wood Esq. aus Killingworth und
John Kennedy Esq. aus Manchester
Gelegenheit, die Vorzüge der „Rakete“ zu erkennen, und die
Siegespalme ward am 14. October 1829 ihrem Erbauer Georg
Stephenson gereicht.