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MAK

Full text : Eisenbahn-Unter- und Oberbau (Gruppe 18, Section 2), zweiter Band, officieller Ausstellungs-Bericht

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Brückenbau.

erstenmale  der  Caisson  völlig  aus  Mauerwerk  dargestellt
wurde,  wie  Solches  der  durch  den  Drehpfeiler  der  Oderbrücke
gezeichnete  Schnitt  Figur  124  näher  verdeutlichet.  Diese  Anordnung
des  durch  konische  Aufmauerung  gebildeten  Caissons,  der  nur  in
seinem  Fusse  mit  einem  eisernen  Schuh  armirt  war,  hat
Veranlassung  gegeben,  denParnitzef  Brückenbau  fälschlich  als  einen
Uebergang  zwischen  pneumatischer  Fundirung  und  gemauerter  Senkschachtundirung
  (Senkbrunnen)  geschichtlich  hinzustellen.
In  seiner  Wesenheit  brillirt  die  Parnitzer  Brückenfundiruug
jedoch  nur  in  der  unter  Umständen  nachahmenswertheil  Ersparung
eines  eisernen  Caissons.
Wenn  auch  die  Caissonherstellung  zu  Stettin  (Paruitz  und
Oder)  unbedingt  an  das  Vorbild  der  gemauerten  Caissonherstellung
der  Argenteuiler  Brücke  [Crinoline]  (vergleiche  Figur  101,  pag.  66)
mahnt:  so  haben  die  Stettiner  Schächte  dennoch  einen  wesentlichen
Fortschritt  in  der  pneumatischen  Gründung  veranlasst,  weil  bei
ihnen  durch  das  Fehlen  eines  eisernen  Umhtillungscylinders  das
blanke  Mauerwerk  zum  Luftgehäuse  wurde,  während  die  Argenteuiler
Schächte  noch  den  eisernen  Cylinder  als  Luftgehäuse  besassen  und
bei  ihnen  die  Uebermauerung  des  Arbeitsraumes  (der  Caissonrippen
oder  Crinoline)  vorab  nur  zur  Aufnahme  des  Betons  gedient  hat,
welcher  Beton  wiederum  während  der  Teufung  nur  zu  Senkungszwecken ­
  (als  Ballast)  disponirt  wurde.
Bezüglich  der  Förderung  und  Schleussung  des  Materiales
kehrte  man  in  Stettin  zur  einfachen  Kübelförderung,  die  mittelst
Klobenrad  und  Seil  bewerkstelliget  wurde  und  zur  einfachen  Durclischleussung
  zurück,  indem  der  grössere  Durchmesser  der  Schleusse
dazu  benützt  wurde,  um  auf  den  dadurch  entstandenen  ringförmigen
Platz  zehn  Stück  aufgezogene  Förderkübel  hinzustellen,  welche
dann  immer  in  einer  Tour  vermittelst  Flaschenzügen  ausgeschleusst
wurden.
Der  Inhalt  dieser  zehn  Kübel  maass  zusammen  15  Kubikfuss
losen  Bodens.
Die  Lösung  und  Förderung  des  Bodens  erfolgte  durch  vier
Mann,  welche  immer  vier  Stunden  arbeiteten  und  acht  Stunden
ruhten;  sie  erhielten  pro  preussische  Schachtruthe  gewachsenen
            
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