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MAK

Full text : Eisenbahn-Unter- und Oberbau (Gruppe 18, Section 2), zweiter Band, officieller Ausstellungs-Bericht

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Brückenbau.

Bodens  9  Tbaler  und  verdienten  bei  zweimaliger  Einfahrung,  also
achtstündiger  Schichtdauer,  2  Thaler  pro  Schicht.
Bei  42  Fuss  Teufe  unter  Mittelwasser  betrug  die  Luftcompression
  bis  19‘/ 4  Pfund.
Schädliche  Einflüsse  auf  die  Arbeiter  wurden  bei  diesem
Drucke  nicht  wahrgenommen.
Die  pneumatisch  gesenkten  Schächte  wurden  unter  Wasser
aus  hart  gebrannten  Steinen  mit  Stettiner  Portlandcement  vermauert
und  Aussen  mit  diesem  Mörtel  geputzt.
Die  Beleuchtung  wurde  mittelst  Stearinkerzen  bewerkstelliget,
welche  jedoch  bei  dem  hohen  Drucke  ebenfalls  sehr  belästigend
qualmten.
Die  42  Fuss  tiefe  Senkung  dauerte  beim  Drehpfeiler  der
Oderbrücke  3G  Tage,  bei  dem  linksseitigen  Auflagspfeiler  daselbst
35  Tage  und  beim  rechtsseitigen  Auflagspfeiler  wieder  36  Tage,
war  also  durchgehends  eine  höchst  gleichmässige.
Das  Gerüst  und  die  Senkungsvorrichtung,  wie  solche  beim
Drehpfeiler  der  Oderbrücke  benützt  wurden,  ist  aus  der  gegebenen ­
  Figur  Nr.  124  ersichtlich.  Bei  diesem  Pfeiler  bestand  die
Senkungsvorrichtung  aus  16  Paar  Ketten,  deren  Glieder  6  Fuss  lang
und  aus  ^zölligem  Rundeisen  hergestellt  waren,  welche  Glieder
durch  Splintbolzen  Verbindung  fanden;  an  jedem  Kettenpaare  war
jedoch  zu  Zwecken  der  Verlängerung  das  eine  Glied  nur  3  Fuss  lang.
Die  Ketten  hingen  an  10  Fuss  langen  Schraubenspindeln  (Senkschrauben) ­
  von  2 2 / 3  Zoll  äusseren  Durchmessers  und  10  Linien  Steigung. ­
  Die  Spindeln  liefen  in  7V 2  Zoll  hohen  Bronzemuttern,  deren
je  zwei  auf  einer  Sohlenplatte  ruhten;  bewegt  wurden  die  Muttern
durch  Knarrhebel  von  6  Fuss  Länge.  Die  Hebel  waren  durch  Stangen ­
  gekuppelt  und  wurden  bei  den  Drehpfeilern  durch  zwei  Winden,
bei  den  Brunnen  der  anderen  Pfeiler  durch  nur  eine  Winde  hin  und
her  gedreht.  Die  Anordnung  dieser  Drehung,  sowie  die  Construction
des  Caissonschuhes  und  des  äusseren  Deckenverschlusses  des  Caissons ­
  zeigt  die  Figur  Nr.  124  näher  an.  Die  Luftpumpe  mit  den  beiden
Luftschleussen  und  den  Steigeschächten  stammten  von  dem  Brückenbaue
  der  „Schweizer  Centralbahn“  her,  von  wo  sie  zuvor  zum  Baue
der  Pregelbrücke  nach  Königsberg  gelangten.
            
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