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Full text: Eisenbahn-Unter- und Oberbau (Gruppe 18, Section 2), zweiter Band, officieller Ausstellungs-Bericht

III. Steinerne Brücken. 
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5. Wenn auch die G-egenwart bei dem Baue von Thalüber 
brückungen in derKühnheit derConstructionshöhe noch nicbtso 
weit gegangen ist, wie es die alten Meister beim Baue der Brücke 
von Spoleto gethan haben, woselbst das Material des Pfeilerfusses 
nachFontenay undMorandiere einem Drucke von 45.43 Kilogramm pro 
Quadratcentimeter ausgesetzt ist, und wenn wir auch in der Gegen 
wart die absolute Höhe dieses Aquäductes im Gebiete d,er gewölbten 
Brücken noch nicht erreicht, auch zu dieser Erreichung keine Ver 
anlassung gehabt haben, weil die hohen Thalübergänge unsererZeit 
weit vortheilhafter durch eiserne Brücken hergestellt werden: so 
fällt in unsere Zeit doch eine zahlreiche Entstehung von gewölbten 
Thalüberbrückungen, die in Rücksicht auf die Erschütterungen, 
denen sie durch den Eisenbahnverkehr ausgesetzt sind, weit 
staunenswerthere Leistungen darstellen, als es die Aquäductbauten 
der Alten waren. 
Insbesondere ist es hier Deutschland, welches durch die 
Höhe und den gewaltigen Stockwerksbau des Göltzsch- 
thalviaductes in Sachsen die erste Rangstufe einnimmt, und wel 
ches mit Oesterreich und Frankreich den unter Anderem durch die 
Bauwerke von Franzthal und Chaumont so trefflich repräsentirten 
gemeinsamen Charakterzug aufweist, sehr hohe Viaducte in Stock 
werksform zu erbauen, während England, gekennzeichnet durch 
die Viaducte von Lockwood und Wear, den Stockwerksbau meidet 
und vermittelst schlank aufstrebenden, unverspannten Pfeilern 
seine Thäler überbrückt. 
Die folgende Tabelle gibt eine generelle Uebersicht dessen, 
was unsere Zeit an hohen und kühnen Thalüberbrückungen, meist 
zu Zwecken des Eisenbahnbaues geleistet hat. 
In dieser Tabelle sind der besseren Uebersicht wegen auch 
wieder die älteren grossen Thalüberbrückungen eingefügt.
	        
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