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Full text: Eisenbahn-Unter- und Oberbau (Gruppe 18, Section 2), zweiter Band, officieller Ausstellungs-Bericht

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Brückenbau. 
brücke von 30. 0 Meter Spannweite und 2. t Meter Pfeilliöhe) der 
Fall ist. 
Auch müssen wir hierhergehörig noch einer höchst inter 
essanten Nutzanwendung einer eisernen Bogenbrücke gedenken, 
welche bei der Wasserleitung zu Washington getroffen wurde. In 
dieser 3 englische Meilen langen Zuleitung des Wassers des 
Potomac befindet sich eine eiserne Bogenbrücke über das Flüsschen 
Rock-Creek von 208 Fuss Spannweite und 33 Fuss Pfeilhöhe; die 
Brückenträger bestehen aus 2 gusseisernen Röhren ä 4‘/ t Fuss 
Durchmesser, welche 18Fuss, 8 Zoll Achsenstand haben, eine Brücke 
von 17'4, Fuss Fahrbahn und 28V, Fuss Gesammtbreite tragen, und 
deren Wandungen mit 2% Zoll starkem Holze daubenartig ans 
gekleidet sind, durch welche Hohlräume Syphons gebil 
det werden, die eine Passage von bis 12 Millionen Kubikfuss 
täglich zulassen sollen. 
Während solchergestalt der Bau der gusseisernen Bogen 
brücken [welche besonders bei den Strassenbauten in Frankreich 
über die Seine, Marne und Sarthe vielfach verwendet wurden, wie 
dies unter Anderem die Werke von la Tombe (36 Meter), Villenoy 
(36 Meter), Suresnes (bis 52 Meter) und Clichy (60 Meter) Spann 
weite beweisen] im Laufe der Zeit immer seltener wurde, ent 
wickelte sich dagegen die Anwendung der schmiedeisernen 
Bogenbrücken immer mehr. Die Anwendung des Schmiedeisens zu 
solchen Brückenbauten, welche Eisengattung seit 1784, (woselbst 
in England der auf Steinkohlen basirende Frischprocess von Henry 
Gort und von Wilkinson, und von Parnell der Walzprocess ein 
geführt worden war), wie wir schon bemerkt haben, zur ausgedehn 
ten Production gelangte, begann schon 1808, allerdings vorerst in 
einem kleinen Maassstabe. Der Ingenieur Bruyere wendete nämlich 
das Schmiedeisen bei der Erbauung eines Fusssteges über 
den Crou (12. 0 Meter Spannweite) nächst St. Denis, zum ersten 
mal e bei Bogenbrückenbau an, wobei allerdings zu bemerken ist, 
dass dieser weit blickende Geist, der sich schon durch seine grossen 
Projecte, namentlich durch das einer Ueberbrückung der Seine beim 
Invalidenhause zu Paris (130. 0 Meter Spannweite) bemerkbar gemacht 
hatte, seine Früchte nicht zu ernten vermochte. Dieser Brückensteg 
über den Crou war in gewissem Sinne nur eine Nachbildung der
	        
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