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Full text : Eisenbahn-Unter- und Oberbau (Gruppe 18, Section 2), zweiter Band, officieller Ausstellungs-Bericht

TV.  Eiserne  Brücken.

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6.  1870(?)  Abvodnoibrücke  in  Petersburg,  eine  Oeffnung  von
22.4  Meter  Spannweite,  2.«  Meter  Pfeil,  0. 4oc  Meter  Scheitelhöhe.
7.  1873.  Rheinbrücke  bei  Rheinhansen,  zweigeleisig,  vier
Hauptöffnungen  ä  96. 97  Meter.
c)  Bogenträger  mit  beweglichen  Auflagern  und  mit
Scheitelcharnier.
Obschon  die  Theorie  der  eisernen  Bog  e  n  brücken  darauf  aufmerksam ­
  gemacht  hat!  e,  dass  Scheitelehar  liiere  auch  noch  neben
den  beweglichen  Auflagern  angewendet  werden  sollten,  und  obschon
der  Engländer  Robeson  zuerst  (1801)  und  die  französischen  Ingenieure ­
  Salle  und  Couche  bereits  gelegentlich  der  1858  nur  mit
Auflagereharnieren  erbauten  Brücke  (Nr.  I)  über  den  Canal  St.  Denis
(Paris-  Creiler  Eisenbahn),  wie  auch  Köpke  in  seinen  Abhandlungen
vom  Jahre  1860  ausdrücklich  die  theoretischen  Vortheile  von  Scheitelcharniereu
  hervorgehoben  hatten,  so  gelangte  doch  die  Anwendung
solcher  Charniere  erst  mehrere  Jahre  später  zur  Geltung,  und  gebührt
einem  österreichischen  Ingenieur,  nämlich  dem  Inspector
Herrmann  zu  Wien  das  Verdienst  ihrer  Einführung  in  die
Praxis,  indem  derselbel864  eine  Blechbogenbrücke  Uber  die  Wien
mit  einer  solchen  Scheiteleharniere  versah.  Von  grösseren  Brücken  ist
(soweit  unsere  Quellen  reichen)  die  1865  in  Berlin  erbaute  Unter-Spreebrücke
  („Erbkam,  Zeitschrift  für  Bauwesen“  1866)  wenigstens
in  Deutschland  das  erste  nach  diesem  Systeme  angeordnete  Bauwerk, ­
  dasselbe  besitzt  drei  Strom-  und  zwei  Seitenöffnungen,  eine
maximale  Spannweite  von  I6.4  Meter,  eine  Bogenstärke  am  Widerlager ­
  von  15  Zoll,  eine  Bogenstärke  im  Scheitel  von  12  Zoll  und
V«  Pfeil-Kurz
  darauf  (1866)  wurde  wieder  auf  österreichischem
Boden  eine  zweite  Scheitelcharnierb  rücke  und  zwar  aus  Gusseisen
hergestellt;  es  ist  dies  die  ebenfalls  von  Herrmann  erbaute  Radetzky  -
brücke  in  Laibach,  welche  30.«  Meter  Spannweite,  2.»  Meter  Pfeil  und
5.-  Meter  Brückenbreite  hat  und  650  Wiener  Centner  wiegt:  bei  einer
gleichförmigen  Belastung  von  1600  Wiener  Centn  er  senkte  sich  der
Scheitel  um  20  Millimeter,  welche  Senkung  nach  Entfernung  der
Belastung  wieder  vollständig  zurückging.
            
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