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Brückenbau.
Town’sche HolzbrückenSystem, welches noch bei der Ruhrbrücke zu
Altstaven mit fünf Oeffnungen ä 100 Fusspreussisch weiten und 12Fuss
8 Zoll hohen Gitterwänden ausgeführt wurde, in Eisen nachzubilden.
Wie uns der gegenwärtige preussische Ober-Baudirector T h. W e i s s
hauptin seiner bekannten Arbeit über die Gitterbrücken derpreus-
sischen Eisenbahnen auseirandersetzt, war dieses Streben vom besten
Erfolge begleitet und um so höher anzuschlagen, als zu jener Zeit
auf den hannövrischen Linien nur vorzugsweise die Durchbildung
von Blechträgern cultivirt wurde.
Die erste Anwendung eiserner Gitterwände in Deutsch
land, dessen Ingenieure auf dem Gebiete der Theorie und im Baue
eiserner Brücken später so Grosses leisteten, erfolgte bei einigen
Wegunterführungen und bei der Neussebrücke zu Guben, woselbst
die 32 Fusspreussisch weiten Oeffnungen ein geflochtenes Gitter
werk erhielten, dessen Ober- und Untergurte aus quer liegenden, mit
ihrer Basis zusammengenieteten Vignoleschienen bestanden.
Diese Flechtwerke wurden jedoch wiederaufgegeben und
die gewöhnlichen Gitterwerke durch Vermittelung von Winkeleisen
an der Ober- und Untergurte hergestellt. Es folgten nach diesem
Principe die Erbauungen der schiefen Havelbrücke bei Potsdam
12.55 Meter Spannweite), der Elbebrücken bei Magdeburg (bis21.44
Meter Spannweite), der zweiten Geleisebrücke bei Altstaden (31. 3 8
Meter Spannweite), der Oderbrücken in der Küstriner Bahn (bis
24.48 Meter Spannweite), der Brücken in der Magdeburg-Leipziger
Linie (bis 14. 75 Meter Spannweite) und der in derselben Linie vor-
findlieken Saalebrücke bei Grizehna (29 Oeffnungen ä 48 Fuss =
15.06 Meter Weite von Mitte zu Mitte der Pfeiler), der Brücken
der Berlin-Hamburger Linie (bis 47 Fuss Spannweite), der Küd-
dowbrücke bei Schneidemühl (50 Fuss Spannweite), der Brücken
über die Elbing und Radauue (40 Fuss Spannweite) und auch jene
der Brücken Uber den Danziger Festungsgraben (60 Fuss und 64 1 /»
Fuss preussisch Spannweite).
Einen Anstoss ganz wesentlicher Natur zu der Verwen
dung von Gitterwerksbrücken bei sehr grossen Spannweiten gaben
bekanntlich diemitdem Gesetze vom 7. December 1849 beschlossenen
Brückenbauten Uber die Weichsel beiDirschan und Uber dieNogat
bei Marienburg, erstere sechs Oeffnungen a 121. 13 Meter, letztere