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Full text: Eisenbahn-Unter- und Oberbau (Gruppe 18, Section 2), zweiter Band, officieller Ausstellungs-Bericht

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Brückenbau. 
anderen ergibt, einen sehr günstigen ökonomischen Effect hat, wurde 
ois zur Spannweite von 50 Metern beibehalten. 
Seine Anwendung bei noch grösseren Spannweiten wurde je 
doch unterlassen, weil die Herstellung der auf Druck in Anspruch 
genommenen Diagonalen, wegen der zu grossen freien Länge, und 
die zur Aufnahme der Fahrbahn nothwendigen Zwischeneonstruc- 
tionen, die Quer- und Schwellenträger, in Folge der zu grossen 
Entfernung der Knotenpunkte, einen zu bedeutenden Materialauf 
wand erforderten, welcher die sonstigen Vortheile wieder aufhob, 
und weil die Anwendung eines mehrfachen Systems zu grosse 
Schwierigkeiten bei der Construction der Kreuzungspunkte der 
Kreuzstreben mit den Verticalen verursachte. 
Ueberdies ist es bei grösseren Spannweiten, wo die Stehbleche 
der Gurtungen hinreichende Flächen darbieten, leichter möglich, 
die Querträger der Fahrbahn solid mit den Hauptträgern zu ver 
binden, und daher weniger nothwendig, zu diesem Zwecke ein be 
sonderes Constructionsglied einzuschalten. Es ergab sich für die 
Weiten über 50 Meter in jeder Beziehung als vortheilhaft, ein reines 
Gittersystem mehrfacher Ordnung anzuwenden und bei einer, voll 
kommene Sicherheit gegen seitliche Ausbiegungen darbietenden 
Profilirung der Streben, die Verticalpfosten wegzulassen. 
In solcher Weise wurde die Donaubrücke bei Wien mit vier 
Oeffnungen ä 80 Meter Weite, die 70 Meter weite Canalbrücke bei 
Prag und die Elbebrücke in Tetschen mit zwei Oeffnungen ä 
100 Meter hergestellt. 
Bei den drei grossen, 74 Meter weiten Oeffnungen der Aussiger 
Elbebrücke, die nebst der oben liegenden Fahrbahn für ein Geleise 
noch eine unten liegende Fahrbahn für eine Strasse trägt, wurde 
das Gittersystem, das sonst den besten Effect geliefert hätte, nicht 
in Anwendung gebracht, weil dieses eine so solide Verbindung 
beider Hauptträger, wie in dem vorliegenden Falle nothwendig ist, 
nicht zulässt, sondern für diese Brücke das in neuerer Zeit oft be 
liebte System mit verticalen Druckstreben und diagonalen Zug 
bändern in zweifacher Ordnung gewählt. 
Die Streben der Fachwerk- und Gitterbrücken wurden durch 
wegs so profilirt, dass eine besondere Absteifung der Träger nicht 
mehr nothwendig war. Bei allen Brücken wurde dem Querschnitte
	        
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