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Full text: Eisenbahn-Unter- und Oberbau (Gruppe 18, Section 2), zweiter Band, officieller Ausstellungs-Bericht

IV. Eiserne Brücken. 
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der Streben die Kreuzform gegeben, weil diese die bequemste und 
solideste Verbindung mit den Stehblechen der einfachen T-förmigen 
Gurtungen gestattet und den nicht zu unterschätzenden Vortheil 
gewährt, dass die Nieten, mit welchen die Streben an die Wand 
bleche befestigt werden, doppelschnittig in Anspruch genommen 
werden, wodurch Material an den letzteren erspart wird. Die Stre 
ben wurden aus vier Winkeln gebildet, von denen zwei aussen und 
zwei innen so befestigt sind, dass der Querschnitt der Strebe sich 
symmetrisch zur Achse des Trägers verhält. Die Stösse der Wand 
bleche wurden in die Knotenpunkte gelegt und durch Platten ge 
deckt, über welche zugleich die Streben festgenietet wurden, wo 
durch man zwischen den äusseren und inneren Winkeln der Stre 
ben so viel Raum erhielt, um die auf die Stehbleche unmittelbar 
aufgenieteten Zugbänder ohne Biegung durchzuziehen, und erzielte 
auf diese Weise, dass der Strebenquerschnitt eine grössere Aus 
dehnung gewann. 
Die äusseren und inneren Strebenwinkel erhielten in Distanzen 
von etwa 1 Meter eine Verbindung durch Stehbolzen oder Nieten 
und Futtereinlagen. Ebenso wurden die Kreuzungsstellen der auf 
Zug mit den auf Druck angestrengten Diagonalen vernietet, wobei 
die ersteren durch eine Einlage in der Dicke der Stehbleche aus 
einander gehalten wurden. 
Gaben vier Winkel nicht mehr den hinreichend starken Quer 
schnitt, dann wurden senkrecht zur Trägerachse zwischen die 
Winkel noch Flacheisenstreifen eingelegt. 
Abweichend von dieser Strebenconstruction ist jene der Elbe 
brücke bei Tetschen angeordnet worden. Die Dimensionen der 
Querschnittsflächen sind nämlich bei den bedeutenden Spannweiten 
schon so gross, dass sich bei den Gurtungen die Annahme eines 
kastenförmigen und bei den Streben die des doppel-T-förmigen 
Querschnittes empfahl, um der Construction mehr Stabilität zu 
geben. 
In den Mittelfeldern sind alle Diagonalen zur Aufnahme von 
Druck und Zug steif construirt. In ähnlicher Weise wie die Streben 
wurden auch die verticalen Pfosten, die als Träger der Fahrbahn 
dienen, aus vier schwächeren Winkeleisen gebildet und über den 
Stossplatten der Stehbleche an die Gurtungen befestigt. Die Dia-
	        
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