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Full text: Eisenbahn-Unter- und Oberbau (Gruppe 18, Section 2), zweiter Band, officieller Ausstellungs-Bericht

IV. Eiserne Brücken. 
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aus Diagonalen, welche sich kreuzen und durchwegs Zugeisen sind ; 
die Vertikalen bilden 22 Felder und sind die Hauptverticalen Zug 
bänder, welche in einer steifen Röhre untergebracht sind. Die Trag 
wände sind oben durch Gitterwerk verbunden, und beginnt diese 
Verbindung oberhalb der Fahrbahn bei 12 Fuss Höhe, oberhalb der 
Gehwege aber schon bei 7 Fuss Höhe. Die vier Röhren der Ober 
gurten wurden mit 129.52 Quadratzoll im Querschnitte bemessen, wobei 
die Rennie’scben Versuche zu Grunde gelegt wurden, welche dieZer- 
drückungslast mit 1777.?6 Pfund pro Quadratzoll verzeichneten. Die 
Spannketten maassen zusammen 12 Quadratzoll Fläche und wurden 
auf 169.240 Pfund Zug berechnet , während ihre Inanspruchnahme 
bis zum Zerreissen mit 696.000 Pfund angenommen wurde. Den 
sämmtlichen Berechnungen wurde eine gleichförmig vertheilte Last 
von 59.48 Pfund pro Quadratfuss zu Grunde gelegt. 
Diese österreichische Erfindung der Bogensehnenträger 
trat mit gleichem Typus und nur in derDetailconstruction verschieden, 
Anfang der Vierziger Jahre gleichzeitig in England und in 
Amerika auf. In ersterem Lande wurde es besonders von Brunei Harri - 
son, Loke, Fox und vonHenderson cultivirt, generell als System der 
„bow-string-girder brigdes“ bezeichnet und, wie es scheint, 
zuerst von Sr. W. C. Harrison 1844 bei der Ousebrücke ange 
wendet ; in Amerika trat es als das System Murphy - Whi p p 1 e auf; 
und wird uns dieses System dutch die Reisebeschreibungen von 
Culmann (1849 bis 1850) und später auch von Hen z (1859) als 
dort schon sehr verbreitet geschildert. 
Von England gelangten die „Bowst rings“ wieder nach dem 
Festlande, von wo sie aus gegangen waren, und wurden sie 
in Deutschland als das System der „Bogen sehnen träger“ 
aufgenommen. 
Speciell die Variation Murphy-Whipple betreffend, sei noch her 
vorgehoben, dass dieses von Culmann und Henz so eingehend ge 
schilderte System sich von den englischen Bowstrings bekanntlich 
wesentlich nur dadurch unterscheidet, das die gusseiserne Röhren 
oder TT-förmige Obergurte die Gestalt einer Parabel verfolgt, die 
Untergurte aus kettenförmigen, runden Zugstangen construirt ist, 
und dass die Verticalen aus Flach- oder Rundeisen und die Diago- 
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