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Full text: Eisenbahn-Unter- und Oberbau (Gruppe 18, Section 2), zweiter Band, officieller Ausstellungs-Bericht

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Brückenbau. 
von Pontzen in Rücksicht auf die bessere Güte des Eisens gegen 
wärtig durchaus nicht schwächer als wir Europäer, sondern eben 
falls mit 7, höchstens 8 Kilogramm pro Quadratmillimeter aut Zug, 
und nicht mehr mit jener grossen Inanspruchnahme construiren, 
welche bei der Harpers-Ferry Brücke in Maryland (1852) 11.25 
Kilogramm pro Quadratmillimeter und nach Koloman v. Toth 
(durch Bukovsky) bei den Brücken der Gewerkschaft Kellog in 
Detroit (1860) 11.4 Kilogramm auf Druck und 9.0 Kilogramm pro 
Qudratmillimeter auf Zug betrug, und wenn wir endlich auch nicht 
übersehen,dass gewiegte europäischeFachmänner diese Systeme nach 
eigenen Anschauungen entschieden vertheidigen und diese Construc- 
tionen unter Anderen von Parker, Pittar, Bender, Pontzen, Koloman 
v. Toth, Steiner und Anderen und neuestens in vortrefflich belegter 
Weise von C.O. Gleim beiallen Ansprüchen gut geheissen werden. 
Bezüglich der chronologischen Entwickelung der beiden ob 
genannten Brückensysteme von Bollmann und von Fink kann 
nur erwähnt werden, dass sie beide so ziemlich gleichzeitig auf 
traten. Die Bollmann’s che Construction ist zuerst 1852 bei der 
Harpersbrücke in der Eisenbahnlinie Baltimore - Ohio (124 Fuss 
englisch Lichtweite, 128 Fuss Trägerlänge, acht Sprengfelder nach 
Plattner, im Ganzen 986. 6 4Centner schwer) angewendet und wurde 
diese Construction ganz kurze Zeit darnach bei einer 76 Fuss weiten 
Brücke in der Washingtoner Zweigbahn wiederholt; die Durch 
biegung bei der ersten Brücke betrug bei der bewegten Last von 
137 Tonnen l 3 / g Zoll englisch, bei der letzteren bei 77*/ z Tonnen 
bewegter Last im Maximum 1 V,Zoll. 
Das Fink’sche System scheint zuerst bei Norfolk über den 
Elisabethfluss (120 Fuss englische Spannweite) ausgeführt worden 
zu sein. Später wurde es bei der Wheeling-Greek-BiUcke (75 Fuss 
Spannweite) in der Baltimore-Ohiobahn und 1852 bei der Monon- 
gahelabrücke (drei Oefifnungen ä 200 Fuss englisch) in derselben 
Bahn verwendet. 
Seit jener Zeit haben diese beiden Brückensysteme in Amerika 
sowohl bei Neubauten, wie bei Umbauten der hölzernen Brücken, deren 
immer mehr auftretende Nothwendigkeit Ch. Bender in seinen be 
kannten Aufsätzen („Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure“) 
besonders hervorhebt, eine sehr grosse Verbreitung gefunden, und
	        
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