IV. Eiserne Brücken.
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VT. Abtheilung.
Hängebrücken.
§. 1. Vorbemerkungen.
Auch die Geschichte der Hängebrücken greift in die älteste
Zeit, und ist ohne Zweifel als ihr frühestes Baumaterial Bast- und
Wurzelwerk anzusehen, wie solche Brücken ja bekanntlich heute
noch von den uncultivirten Völkern ausgeführt und wie sie unter
Anderen von Alexander v. Humboldt in dem Beispiele der Seil-
briicke über den Chambofluss in Südamerika (120 Fuss lange,
3 bis 4 Zoll starke Wurzelseile) genannt werden.
Die ersten nach kunstmässigem Systeme construirten Hänge
brücken werden den Chinesen zugeschrieben und soll diese specielle
Erfindung schon unter den ersten Herschern der Han-Dynastie
(206 bis 263 n. Chr.) gemacht worden sein. In späterer Zeit und
zwar im Beginne des XVI. Jahrhundertes wurden in Europa Seil
brücken bereits zu Kriegszwecken verwendet und wurden nament
lich im Jahre 1625 derlei Brücken von Faustus Varantius als stabile
Uebergangswerke vorgeschlagen.
Auch die ersten eisernen Hängebrücken werden, wie dies
der französische Ingenieur Boudsot nach Tuner berichtet, den
Chinesen zugeschrieben, und werden speciell die Eisenbrücke zu
Ouay-Cheu und jene zu Selo-Cha-Jum (54 Fuss lang, 8 Fuss breit)
als die ältesten solchen Werke genannt ; auch erwähnt schon 1667
Kircherius in seinem Werke über China eine Brücke zu Kingtung,
welche aus 20 Ketten bestand, und berichtet weiter Berghaus (1848)
in seinen „Baudenkmälern“ von Hängebrücken in Tibet bei dem
Schlosse Diirbi und bei Schuka in Butan.
In Europa tritt 1741 die erste eiserne Hängebrücke über den
Tees bei Winch in England als Kettenbrücke für Fussgänger (60 Fuss
Spannweite) auf, welches Bauwerk direct in die felsigen Ufer
verankert war und die schwankende Bahn direct auf den Ketten trug.
Während man alle diese hier erwähnten Hängewerke als
primitive bezeichnen muss, lässt sich die erste wissenschaftliche
Durchbildung eiserner Kettenbrücken auf das Jahr 1796 zurück-
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