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Full text : Eisenbahn-Unter- und Oberbau (Gruppe 18, Section 2), zweiter Band, officieller Ausstellungs-Bericht

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Brückenbau.

gesenkt,  welch’  letzterer  Umstand  jedoch  Schwierigkeiten  bezüglich
der  Einhaltung  der  lothrechten  Linie  z.  B.  bei  der  durch  Hawkshaw
unternommenen  Fundirung  der  Londonderrybrücke  im  Versenkungsprocesse
  ergab,  wie  sehr  man  auch  auf  die  ringförmige,  respective
  überhaupt  auf  eine  gleichmässige  Vertheilung  der  künstlichen ­
  Belastung  bedacht  war.
Die  Anforderung,  weite  eiserne  Senkschächte  anstandslos  in
grössere  Tiefen  niederzubringen,  hielt  den  Gedankenkreis  der  Ingenieure ­
  wach,  und  richtete  sich  die  Speculation  vorzugsweise  darauf, ­
  die  bisherigen  Uebelsiände  der  pneumatischen  Teufungsmethode
  zu  beseitigen,  denn  es  handelte  sich  nunmehr  darum,  ein
Verfahren  ausfindig  zu  machen,  durch  welches  an  der  Menge  der  zu
comprimirenden  Luft  gespart  und  eine  vollständige  gleichmässige
Belastung  für  den  Senkprocess  erzielt  werde;  bei  der  Ersparung  an
der  Menge  der  zu  comprimirenden  Luft  durfte  aber  nicht  ausser
Acht  gelassen  werden,  dass  die  verdichtete  Luft  auf  die  ganze
Schachtsohle  wirke.
Wenn  nun  auch  zu  der  Erfüllung  dieser  Aufgabe  Lord  Cochrane
schon  1831,  Triger  durch  seine  pneumatische  Teufung  zu  Chalonnes
1839,  ferner  William  Busch  schon  1841,  dann  die  Bergbauteufungen
im  Departement  du  Nord,  des  Weiteren  der  Heidelberger  Ingenieur
Weiler  anlässlich  des  Projeetes  der  Mannheimer  Rheinbrücke  die
Steine  zu  diesem  Erfindungsbaue  zusammengetragen  hatten,  so  gebührt ­
  doch  dem  deutschen  Ingenieur  Gustav  Pfannmü  11  er
die  Priorität  der  Lösung  dieses  Problems  durch  die
ErfindungderCaissonfundirung;  denn  dieser  Ingenieur  war
der  Erste,  welcher  anlässlich  des  Projeetes  einer  Rheinbrücke  bei
Mainz  im  Jahre  1850  die  Anwendung  von  Luftkasten  (Caissons)
öffentlich  vorschlug  und  seine  Erfindung  durch  Zeichnungen  belegte,
die  wir  heute  mit  Stolz  als  einen  Ausfluss  deutscher  Speculation
betrachten.
Zum  erstenmale  ins  Werk  gesetzt  wurde  jedoch  die  Caissonfundirung
  erst  durch  Fleur-St.  Denis  und  darauf  durch  Cesanne,
indem  die  im  Jahre  1859  fast  zu  gleicher  Zeit  geschehenen
Fundirungen  der  Kehler  und  der  Kovnoer  Brücke  nach  diesem
Systeme  erfolgten,  welches  eine  neue  Aera  in  der  Kunst  der
pneumatischen  Fundirung  hervorrief,  und  welches  auch  1860
            
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