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Full text: Eisenbahn-Unter- und Oberbau (Gruppe 18, Section 2), zweiter Band, officieller Ausstellungs-Bericht

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Brückenbau. 
comprimirten Luft noch nöthig, während er bei der Parnitzbrücke 
schon entfallen konnte, weil bei dieser die comprimirte Luft in den 
Caissonraum (der durch die Aufmauerung eines Conus erzielt wurde) 
durch gesonderte Zuleitungsröhren niedergeführt wurde. 
War nun dieser Gestalt die fachliche Richtung gegeben, ein 
zelne runde Pfeiler mit oder ohne Blechwandung pneumatisch nieder 
zubringen, und muss für diese Richtung die Brücke zu Argenteuil 
als Ausgangspunkt betrachtet werden, so bot anderseits der Kehler 
Brückenbau die Ausgangsstelle für die Kunst des eigentlichen Caisson 
baues, eine Kunst, die heute darin gipfelt, dass man jede beliebige 
Grundform des Pfeilers sofort beim Beginne des Baues innehält. 
Die Anforderungen bezüglich der Grösse dieser Grundflächen 
führten nun, wie wir wissen, wieder dahin, den Caissonraum in 
Zellen zu theilen, jede Zelle für sich zu bedienen (Kehler, East-River- 
und St. Louis-Brücke) oder aber selbst grosse Grundflächen nur aus 
einem einzelnen Caissonraume zu bestreichen (Rhönebrücke bei 
Arles, Hafenmauer zu Brest, Pregelbrücke bei Königsberg, Moer- 
dijkbrücke, Pobrüeke bei Borgoforte etc.). 
Wir sehen also, dass das System pneumatischer Fuudirung 
fortan sich dahin tbeilt, entweder einzelne runde Senkschächte 
niederzubringen, dienen dieselben nun sofort als Pfeiler oder Pfeiler- 
bestandtheile oder aber zum Pfeilerunterbau, oder aber ganze 
Pfeilergrundformen mit einemmale auszuteufen. 
Bei beiden Gattungen der pneumatischen Fundirung konnte, 
nachdem ihre Trennung einmal gegeben war, nunmehr der weitere 
Ausbau des Fortschrittes wesentlich nur darin bestehen, darüber zu 
wachen, dass die Verluste der comprimirten Luft, sowohl bezüglich 
des Flächenmasses der Röhrenwandungen, als auch bezüglich der 
Diirchsckleussungen auf ein Minimum gebracht werden. 
Das Erstere wurde erzielt durch die Anwendung weniger und 
in ihrem Durchmesser möglichst geringer Zuleitungsschächte, das 
Letztere durch die Ausbildung der Förderung. 
Was die geringe Weite und die geringe Anzahl der Steig 
schächte anbelangt, so bieten die neuerlichen Apparate von Castor 
wie die von Schmoll und Gaertner für das erstere Moment und die 
Dömitzer Brücke für das letztere wesentliche Illustrationen, indem 
Castor schon bei der Etschbrücke Einsteig- und Förderschächte von
	        
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