Steinwaaren.
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Man fchätzt, dafs mindeftens ein Zehntel der Luxasbauten des alten Rom’s ausgallifehem
Steinmateriale beiland.
Nach der Zerftörung Rom’s verfielen auch die Brüche der antiken Welt,
mit ihnen auch die des damaligen Galliens.
Einige franzöfifche Städte, wie: Niemes, Touloufe, Arles, A i x,
Marfeille, Vienne etc. etc. bewahren aus jener Zeit noch Fragmente
monumentaler Bauten.
Das erflehende Chriflenthum fchmückte feine Kirchen mit dem koftbaren
Materiale der Tempel und Paläfle des der Zerftörung und Plünderung
überantworteten heidnifchen Rom’s.
Die Brüche blieben verfallen bis in die Blüthezeit des Mittelalters im.
XIII. bis XV. Jahrhundert. Namentlich Italien war es, wo fie damals wieder
theilweife in Betrieb gefetzt wurden. In Frankreich ergriffen Franz I. und Heinrich
II. die Initiative zur Auffuchung und Wiedereröffnung der von den Römern,
einfl benützten Brüche, um Material zur Ausfchmückung ihrer eigenen Refidenzen
zu erlangen. Heinrich IV. und Louis XIV. fetzten die erweiterte Anwendung
diefer edleren Gefleinsforten in den Paläften von Verfailles, Louvre,
Tuillerien, Trianon, Mally, Meudon und Fontainebleau fort.
Während der durch die letztgenannten Monarchen eröffneten Bauperiode
wurden getreu dem Motto : „L’& tat es t moi“ die Brüche auf Koflen des Staates
betrieben und die Concurrenz durch Private unterdrückt. Alle Bedürfniffe, die
etwa Privatbauherren an edlen Marmorarten hatten, find vom Staate befriedigt
worden, da derfelbe Befitzer der Vorräthe war, die fchliefslich Napoleon I.
erfchöpfte.
Diefe alten Brüche lieferten die unter den folgenden Namen bekannten
Marmorforten:
Sarran colin, )
Campane, > Departement Pyrenäen.
Blanc de St. Beat, )
Griottes, Departement Herault.
Rouge antique, / Departement Aude.
Languedoc, j
Vert des Alpes.
Grand antique, Departement du Nord.
Jaune de St. Beaume, Departement du Vär.
Brocatelle et Jaune du Jura.
Bruche di Alep. (Bouche du Rhone.)
Diefe feit Louis dem XIV. nicht benützten Brüche wurden auch nach
Erfchöpfung der daraus gewonnenen, unter ftaatlicher, vielmehr königlicher
Verwahrung geftandenen Vorräthe vom Staate nicht wieder in Betrieb gefetzt.
Die Privat-Induftrie fcheute fich, die Communicationswege in den induftrielofen
Bergen wieder herzuftellen, und fo wurde der in Frankreich doch ziemlich
grofse Bedarf an Luxusmarmor durch mehr als 40 Jahre, feit unter Napoleon
I. wieder eine Bau-Epoche begonnen hatte, mit fremdem, meid italienifchem
Materiale befriedigt.
Die vorzüglichften eingeführten fremden Sorten waren:
la Breche violette de Serravezza
le B1 eu fl eu ri „ „
le Bleu turquis „ „
le Jaune de Sienne
le Portor de la Spezzia
le Portor de le Levante.
Der Marmorhandel wurde in diefer Periode nicht fehr rationell betrieben
und die Waaren durch den Zwifchenhändler, der fich zwifchen den Stein-