Heinrich Wolf-
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gezeichnetenKarftkalken von St. Croce betrieb, und einen bedeutenden Confumin
neuerer Zeit auch in Wien zu decken hatte, occupirte einen freien Raum hinter
dem Kärntner Pavillon und zunächft dem Pavillon der Strafsen- und Bruckenbau
gcfe"füuiftunic z(j . fie einen Rohblock von tadellofer Reinheit und Gleich
artigkeit des Steines von St. Croce, in einer Länge von 12 Meter und von nur
o-8 Meter Breite; ferner eine Säule von 12 Meter Höhe, deren Capital, bafe und
Sockel aus verfchiedenen Gefteinen combinirt war.
Das Capital, wie die Bafe, war aus lichtem Rudiftenkalke von St. Croce,
elfteres rein behauen, fein gedockt, letztere gefchliffen. Die Säule felbft und das
Poftament waren aus dem hell- und dunkelgrau gefleckten Marmor von Reppen-
Tabor (Fiorito di Tabor genannt), der Mittelfockel jedoch beftand aus det hell-
fleifchrothen Kreidebreccie von Buccari.
Die tieffchwarzen Marmore von Reppen eignen fleh zu Gelinden, üm-
faffungsleiften, Tifchplatten etc.; eine Platte von 4 Quadratmeter und von nur
0-04 Meter Dicke, rein gefchliffen und polirt, zeigte die Schönheit und Reinheit
diefes Materiales.
CloettaS: Schwarz errangen fleh für ihren Export undfürgrofsen Betrieb
mit Dampffchneiderei, Schleiferei und Dreherei die Fortfchri.ttsmedall 1 e.
Die Böhmifche Ac t ie ngefei 1 fch aft für Baumaterialien hatte
in der Quergallerie, 11. Abtheilung, einen Kamin aus rothem fllurifchem Marmor,
Pflafterplatten diverfer filurifcher Marmore der Umgegend Prag s, in gefchliffenem
Zuftande, Satur^tionskalk, dann Cement und Cementplatten ausgeflellt.
Die fonft guten Materialien, namentlich des Cementes, welcher bei den
Probearbeiten auf dem Ausftellungsplatze nur eine fehr unaufmerkfame B.ehan -
lunv erfuhr, liefsen den erzielbaren Effed nicht recht erkennen.
Für grofsen Betrieb wurde diefer Gefellfchaft die Ehrenvolle Anerkennung
zu Theil.
Die O efterreichifche B er g b ah n g e f e 11 f c h a f t hatte die von
Robert gegründeten Marmorwerke zu Ober-Alm bei Salzburg von cleffen Eiben,
dem Baron v. Löwenftern übernommen und ftellte die verfchiedenen Marmor
forten der Adnether Brüche aus. ' „. ,
Es find diefs der dichte, gelb- bis grauliche weifse Kalk des Kirchen
bruches von Adneth (weifser Jura); der gelblich bis fleifch und rofenroth
gefärbte und auch durch die eingefchloffenen Verftemerungen, welche in Kalk-
fpath umgewandelt find, weifs gefleckte Kalk des Bruches St. Urbano; der
feurigrothe mit fchwarzen Ringen durchzogene Marmor des Lienbachei
Bruches, welcher fleh für Schmückung der Innenräume fo fehr eignet; die dunkel-
rothbis braunen feinmufchligen Bruch zeigenden Marmore aus dem Motzau.
Langmoos- und Schneelbruche, welcher zu Stiegenftufen, Säulen, Thur- und
Fenftereinfaffungen, Podeftplatten und Ballluftern hauptfächlich verwendet wird,
dann der fogenannte Dornberger Scheckmarmor, welcher mit rothei
dichter Grundmaffe einem grofsen Korallenriff feine Entftehung verdankt, deffen
cylindrifche Verzweigungen, in Kalkfpath umgewandelt, im Querfchnitte die
weifsen runden Flecken im rothen Grunde erzeugen, worin die Benennung
Scheckmarmor und Tropfmarmor begründet erfcheint.
Alle diefe Marmore find fehr milde, laffen fleh gut hobeln, drehen und
bohren, nehmen auch leicht eine fchöne und dauerhafte Politur an, fo dafs iie zu
den feinften ornamentalen Luxusarbeiten verwendet werden können.
Die Hauptprodudfion der Ober-Almer Fabrik liegt jedoch in der Heiltel-
lung der fogenannten Mofaikfufsbodenplatten, welche wegen des glanzen
feinen Schliffes und der Politur unter dem Namen „Glasmofaik“ ausgeftellt waren.
Aus den vorhin erwähnten, verfchieden gefärbten Marmoren werden die
Abfälle weiter verkleinert, und durch Cement. welchem die natürliche Faibung