Steinwaaren.
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Die Schiefe rbergbau-Actiengefellfchaft Olmütz hat das
Verdienft, den Abbau der Schieferfchichten mittels Stollen zu bewerkftelligen,
wobei durchaus in derfelben Schieferlage beffere Qualitäten erzielt werden, als
mittels oberflächlichem Tagbau. Mit ihrem mafchinellen Betriebe in der Förde
rung, Wafferhaltung, ferner beim Zurichten und Hobeln der Schiefer ift fie im
Stande, mehr als 250.000 Quadratklafter Dachfchiefer im Laufe eines Jahres
zu gewinnen. Vorzüglich auf den Export eingerichtet, erzeugt fie ihre Schiefer in
jenen Formen, die in anderen Ländern üblich find, wie englifche, belgifche, fran-
zöfifche und böhmifche Schuppen, Schablonen und Quadratfchiefer, fowie eng
lifche Rechtecke. Sie erzeugt Tifchplatten, rund gefchweift, von 1 fl. 50 bis 5 fl.
pr. Stück, Fenfterparapetverkleidungen, Fenftereiiifaflungen, alle Sorten Schrift
platten etc.
Herr Carl Weifshuhn bei Wald-Olbersdorf in Oefterreichifch-Schleflen,
nahe an der preufsifch-fchlefifchen Grenze, zeigte in einem geologifchen Profile
die Lagerung und die Mächtigkeit der Schiefer in der Culmformation, wobei die
einzelnen Lagen der Schiefer mit den darin vorkommenden Verfteinerungen fehr
inftrudliv ausgeflellt waren. Die Erzeugniffe diefes Herrn beflanden ebenfalls in
verfchiedenen Sorten Dachfchiefer. nebft Tifch und Bodenplatten, fämmtlich von
guter Qualität.
Die vorgenannten Ausfleller wurden fämmtlich mit der Verdienflmedaiile
ausgezeichnet.
Ungarn mit feinen Nebenländern.
Das Oft Reich unferer Monarchie, deffen Bewohner erft in den Städten
und Orten gröfseren Verkehres von der Lehmhütte zum Ziegelhaus, und erft in
Ausnahmsfallen zum Steinpalaft vorfchreiten, hat noch eine wenig entwickelte
Stein-Induftrie, diefe befchränkt fich auf die Hauptftädte. Gleichwohl haben die
Grofsgrundbefitzer wie: Prinz Auguft von Sachfen-Coburg-Gotha oder die könig
lich ungarifchen Domänen in ihren landwirthfchaftlichen und forfllichen Aus-
ftellungen denfelben als Anhang auch die auf diefen Gütern vorkommenden nutz
baren Gefleine in mehr oder weniger gelungener Bearbeitung zurAnficht beigegeben.
Bekannt feit langem find die rothen Marmorbrüche des Jura von Piske
und To ko d bei Gran. Die Peiler Bauten zeigen die zahlreiche, fafl ausfchliefsliche
Verwendung diefes Gefteines als: Balconplatten, Stiegenftufen, Podeflplatten etc.
Die Firma An ton Gerenday hat fich faft ausfchliefslich die Exploitirung
diefes Materiales gefichert, und deren Arbeiten find nichtnur im Lande, fondernauch
auswärts durch die verfchiedenen Ausheilungen gut bekannt geworden. Diefelben
befchränken fich nicht auf die oben erwähnten currenten Artikel, fondern es
waren allerdings auch fogenannte Ausflellungs-Effedlftücke in genügender Anzahl
exponirt. Wir erwähnen eine Marienftatue aus Carrara auf einem Piedeftal von
rothem Pisker Marmor, ein Taufbecken von grauem Dognaczker Marmor, und
Anderes. Diefer Pisker Marmor zeigt die im Juramarmor überall herrfchende
nierenartige, dunklere Umgrenzung eines lichteren, reineren Kalkkernes derfelben
Grundfärbung. Diefe dunklere Umgrenzung zeigt in deren Maffe den Kalk mehr
durch Thon erfetzt, und hiedurch weicher als der umfchloffene hellere Kern. Die
Witterungseinflüffe bewirken bald ein Erbleichen der Schliffflächen an diefen
Stellen, und die fortgefetzte Verwitterung ein Ausbröckeln diefer dunkleren
Umfchliefsungsmafle, und hiedurch ein Vortreten des lichteren Kernes, ähnlich
den Aftknorren im abgenützten Fichtenbrett.
Diefem Umflande ift es zuzufchreiben. dafs am Wiener Platze der Pisker
Marmor durch den Trientiner Marmor verdrängt wurde, welchem die erwähnten
Uebelftände in bedeutend geringerem Maafse zukommen. Herr Gerenday
erhielt die Verdienflmedaiile.